ÄQUATORIALGUINEA
República de Guinea Ecuatorial

letzte Bearbeitung 19.01.2017

 

Republik mit Präsidialverfassung (zuletzt 2012 novelliert). Seit 1991 sind zwar Oppositionsparteien zugelassen, haben aber wenig Möglichkeiten demokratisch Einfluss zu nehmen – Freedom House bewertet das Land in allen Sparten mit der schlechtesten Note „7“. In Fortsetzung des unter Macias Nguema geübten Nepotismus wurden auch unter dem neuen Regime die Führungspositionen mit Mitgliedern der "Familie" Nguema besetzt.
Präsident: Teodoro (Obiang) Nguema (Mba Nzogo) (seit 1979, zuletzt 2016 mit 93,7% wiedergewählt)
Früherer Staatschef: Francisco Macias Nguema (1968-1979)

Unabhängig seit 12.10.1968.
Zweikammerparlament – Senat mit 70 Mitgliedern (davon 15 vom Präsidenten ernannt) und Abgeordnetenhaus (100 Sitze). Zahlreiche Vertreter der Oppositionsparteien wurden im Vorfeld der Wahlen 2013 eingesperrt oder es wurde ihre Kandidatur nicht zugelassen. So ewann die frühere Einheitspartei PDGE (Partido Democratico Guinea Ecuatorial) 54 Sitze im Senat und 99 Mandate im Abgeordnetenhaus. CPDS (Convergencia para la Democracia Social, Andres Esono Ondo) blieb mit je einem Sitz die „Opposition“.
Oppositionelle Bewegungen im Exil sind
ASODEGUE (Asociación para la solidaridad democrática con Guinea Ecuatorial) in Madrid oder EG Justice (US-based anti-corruption group)

28.051 km2 gross. Das Land besteht aus einem Festlandsteil (Rio Muni bzw. Mbini), der samt den küstennahen Inseln 26.017 km2 gross ist, und mehreren Inseln, von denen die grössten Fernando Poo (bzw. Bioko) mit 2.017 km2 und Annobon (bzw. Pagalu, 17 km2) sind. Um die Rio Muni vorgelagerten kleinen Inseln gab es Grenzkonflikte mit Gabun (Erdöllagerstätten). 759.000 Einwohner (2016). Dazu etwa 100.000 im Exil in Gabun, Kamerun, Nigeria, Spanien u.a. Etwa 60% ländliche Bevölkerung. Zuwachsrate 2,48% (2016)
Hauptstadt: Malabo (St. Isabel) auf Fernando Poo (137.000 Ew. 2011)
Hauptort von Rio Muni: Bata (24.100 Ew. 1983)
Währung: Franc CFA, 100 F CFA/XOF = 0,15 € (1 FF) / 0,16 CHF

Offizielle Sprache: Spanisch; die Bevölkerung besteht zum grössten Teil aus Bantusprechenden Gruppen: Fang (85%), Bubi (auf Fernando Poo), Mdowe, Benga, Bujeba. Aus Spaniern, Rückwanderern aus Amerika und befreiten Sklaven entstand eine englisch- bzw. creolesprachige Bevölkerung auf Fernando Poo (Ferdinandinos). Annobon, von Sao Tomé her besiedelt, wird von Creolen bewohnt, deren Sprache sich auf der Basis des Portugiesischen entwickelt hat. Ibo und Hausa sind Minderheitensprachen (Gastarbeiter).

Wirtschaft: Nach 11 Jahren Misswirtschaft unter Macias Nguema versuchte die neue Regierung durch grosszügige Angebote früher ansässige Firmen und Private wieder ins Land zu bringen bzw. neues Kapital für Investitionen zu gewinnen. Misswirtschaft und Übergriffe vertrieben jedoch viele potentielle Investoren. Grundnahrungsmittel: Maniok, Süsskartoffel, Bananen. Wichtigste Exportprodukte: Erdöl, Holz, Gold und Diamanten. Die statistischen Angaben zur Wirtschaft beruhen jedoch weitgehend auf Schätzungen. Kakao und Kaffee waren früher wichtige Exportprodukte. Etwa 10,1% der Fläche sind landwirtschaftlich nutzbar; 57,5% sind Waldland.
Seit 1985 gehört ÄG der Franc CFA Zone an und wurde damit an den Euro angebunden.
BIP (2015): 11,64 Mrd. US-$; aufgrund des Ölpreisverfalls schrumpfte die Wirtschaft 2016 um nahezu 10%. Inflation 3,1% (2016), Die Auslandsschulden betrugen 2016 etwa 1,3 Mrd. US-$. Arbeitslosenrate 22,3% (2009). Exporte 5 Mrd. US-$, Importe 3 Mrd. US-$ (2016). Wichtigste Wirtschaftspartner: China, Südkorea, Spanien; Spanien und die Niederlande stehen bei den Importen an erster Stelle (vor China).
Ende der 1990er Jahre wurde das Land aufgrund der steigenden Erdölförderung als “afrikanisches Kuwait” bezeichnet: 1999 erzielt Äquatorialguinea aus dem Verkauf von Erdöl bereits mehr als 200 Mio. US-$, und wurde in der Folge der drittgrösste Erdölproduzent im Afrika südlich der Sahara (nach Angola und Nigeria). Der Statistik nach ist ÄG das Land mit dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen Afrikas (20.573 US-$ im Jahr 2013), doch sagt dies nichts über die Lage der Bevölkerung aus. Gem. einer Schätzung der UNO stecken der Präsident und seine Umgebung rd. 80% der Öleinkünfte in die eigenen Taschen. Wichtigster Partner der Regierung ist die us-amerikanische Firma Mobil. In den letzten Jahren wurde zusätzlich eine Reihe von Erdgasvorkommen erschlossen.
Während früher die Geberstaaten bzw. -organisationen weitere Unterstützung von einer Verbesserung der demokratischen Situation und dem Ende der Menschenrechtsverletzungen abhängig machten, finden staatliche und private Institutionen der USA (und zunehmend auch der EU) seit der Ausweitung der Erdöl- und Erdgasförderung an der Politik des Landes immer weniger zu kritisieren.