B E N I N
(République du Bénin, ex-Dahomey)

letzte Bearbeitung 19.01.2017

 

Republik auf der Basis einer Verfassung von 1990, die sich am französischen Vorbild orientiert, allerdings ist der jetzige Präsident auch Regierungschef. Die Präsidentenwahlen von 1996 brachten die Rückkehr des früheren Staatschefs Kerekou, der nach der Nationalkonferenz 1990 abgewählt worden war. Kerekou schied nach zwei Amtsperioden 2006  aus der Politik aus.
Präsident: Patrice Talon (2016-)
Frühere Staatschefs: Sourou Migan Apithy (1958-1960, 1963-1965), Hubert Maga (1960-1963), Oberst Christoph Soglo (1965-1967), Major Maurice Kouandete (1967-1968), Oberst Alphonse Alley (1968), Dr. Emile D. Zinsou (1968-1969), Paul-Emile De Souza (1969-1970, an der Spitze eines interimistischen Militärrats), Triumvirat Maga/Apithy/Justin Ahomadegbe (1970-1972), Mathieu Kerekou (1972-1991, 1996-2006), Nicéphore Soglo (1991-1996), Thomas Boni Yayi (2006-2016)

Unabhängig seit 1.8.1960; in den Wahlen zur Nationalversammlung (83 Abgeordnete) vom April 2015 erhielten 11 Parteien Sitze im Parlament: Forces Cauris pour un Bénin Emergent (FCBE, 33 Sitze, Yayi Boni), Union fait la Nation (UN, 13), Parti du renouveau démocratique (PRD, 10), Alliance Renaissance du Bénin - Réveil patriotique (RB-RP, 7), Alliance nationale pour la démocratie et le développement (AND, 5). Weiters gingen zwischen 1 und 4 Sitze an 6 weitere Parteien. Union pour le Bénin (UB, 2). Die Regierungskoalition bilden FCBE und PRD.
Vor allem die zahlreichen kleinen Parlamentsparteien verdanken ihre Mandate einer deutlich regionalistischen (tribalistischen) Orientierung der Wähler/innen. Bemerkenswert ist dagegen die sachpolitisch orientierte Bewegung der „Grünen“ (Les Verts du Benin), die jedoch bei Wahlen - national wie auf Gemeindeebene - kaum eine Rolle spielt.

112 622 km2 gross, 10,7 Mio. Einwohner (2016); 2/3 der Bevölkerung wohnen im Süden des Landes: die Dichte im Süden beträgt mehr als das Elffache der Dichte im Norden); ca. 55% ländliche Bevölkerung; Zuwachsrate 2,75% (2016). Knapp 4,4 Mio. Beniner lebten 2009 ausserhalb des Landes, zumeist in westafrikanischen Staaten; über 150.000 Immigranten kommen vor allem aus Nachbarstaaten.
Hauptstadt: Porto Novo (268.000 Ew., 2014), Sitz des Parlaments; wirtschaftlich wichtigste Stadt und zugleich wichtigster Hafen: Cotonou (800.000 bis 1 Mio. Ew., 2016, Sitz der Regierung und des Präsidenten), Abomey-Calavi (750.000 Ew., Universitätsstadt)
Währung: Franc CFA (XOF), 100 F CFA = 0,15 € (1 FF) / 0,16 CHF

Offizielle Sprache: Französisch. Weitere Sprachen: im Süden Fon (40%), Adja (15%), Yoruba (12%), Goun, Aiza, Mina (Ewe) u.a. Im Norden Bariba (knapp 10%), Somba (5%), Fulbe, Dendi u.a.

Wirtschaft: Weitgehend auf Selbstversorgung hin orientiert (Maniok, Yams, Hirse etc.) war und ist die Landwirtschaft auch der wichtigste Lieferant von Exportprodukten: Baumwolle, Palmöl und Palmkerne, Kakao, Kaffee und Erdnuss. 31,3% des Bodens sind landwirtschaftlich nutzbar, davon 2/3 für Ackerbau. Unter normalen Witterungsbedingungen ist das Land Selbstversorger bei Nahrungsmitteln.
Transport und Handel - aus den Binnenländern im Norden und an der Küste von und nach Nigeria - tragen bedeutend zum BIP (8,93 Mrd. US-$) bei. 2016 standen Exporte im Umfang von 1,7 Mrd. US-$ Importen im Wert von 
2,6 Mrd. US-$ gegenüber.
Das Budget des Staates, das überwiegend für Personalkosten verbraucht wird, zeigt für 2001 ein Defizit von 1/3, wovon knapp die Hälfte aus Auslandshilfen finanziert wird. Nach dem Verzicht auf eine "sozialistische" Wirtschaftspolitik unterlag das schwer verschuldete Land noch deutlicher den international gesteuerten "Anpassungsmassnahmen", zu denen auch die 2001 verstärkt angenommenen Privatisierungsmassnahmen gehören, doch flossen seit der der Wiedereinführung des Mehrparteiensystems wieder bedeutende Unterstützungen aus den USA und Europa ins Land.
Das Wirtschaftswachstum betrug in den vergangenen Jahren durchschnittlich 5% (2013: 5%). Die Inflation betrug 2016 1%; Auslandsverschuldung 2016: 2,34 Mrd. US-$. 37,4% lebten 2007 unter der Armutsgrenze.
Benin ist wirtschaftlich von Gebern des Nordens, aber auch vom Nachbarn Nigeria abhängig. Sowohl der Verkauf geschmuggelter Waren (in beiden Richtungen), als auch die Nutzung des Hafens von Cotonou für nigerianische Importe brachte und bringt Geld für Benin, doch wurde das Land immer wieder von Sanktionen der nigerianischen Regierung betroffen.