B O T S W A N A
Republic of Botswana, kolonial: Bechuanaland

letzte Bearbeitung: 19.01.2017

Republik auf der Basis einer Verfassung von 1965, zuletzt 2006 novelliert. Der Präsident übt zugleich das Amt des Regierungschefs aus und erhält sein Amt aufgrund des Ergebnisses der Parlamentswahlen. Regierungspartei mit massiver Mehrheit im Parlament ist seit der Unabhängigkeit die Botswana Democratic Party (BDP). Dem Oberhaus, House of Chiefs, kommt nur beratende Funktion zu. Seit Anfang der 1970er Jahre haben zudem die traditionellen Chefs wesentliche Funktionen und Einfluss verloren.
Präsident: Ian Khama (seit 2008, 2014 wiedergewählt)
Früherer Staatschef: Sir Seretse Khama (1966 - 1980), Sir (Dr.) Ketumile Joni (Quett) Masire (1980-1998), Festus Mogae (1998 – 2008)

Unabhängig seit 30.9.1966. Die Legislative besteht aus 2 Kammern: dem Abgeordnetenhaus mit 63 Mitgliedern – 57 davon gewählt, 4 vom Gremium ernannt, sowie der Staatschef und der Präsident des Parlaments – und dem Oberhaus (House of Chiefs) mit 35 Vertretern;  8 Chiefs haben ein ständiges Mandat und vertreten die grössten ethischen Gruppen und 27 weitere werden für jeweils fünf Jahre gewählt.
In den Wahlen vom Oktober 2014 erhielt die Botswana Democratic Party (BDP, Ian Khama) 37 Sitze, Umbrella for Democratic Change (UDC) 17 und die Botswana Congress Party (BCP, Dumelang Saleshando) 3; die oppositionelle UDC ist eine Koalition aus drei Parteien: Botswana National Front (BNF, Duma Boko), Botswana Movement for Democracy (BMD, Nehemiah Modubule) und Botswana People's Party (BPP, Motlatse Molapise).
Im Gegensatz zur breiten Unterstützung durch die ländliche Bevölkerung muss die BDP unter der städtischen Bevölkerung mit starker Opposition rechnen.

581.730 km2 gross; 2,2 Mio. Ew. (2016). Bevölkerungszuwachs: 1,19% (2016). Mit 22,1% (der Erwachsenen) hat B. die dritthöchste AIDS-Rate der Welt und damit verbunden eine steigende Kindersterblichkeit. Botswana, früher durch Arbeitsmigration nach Südafrika geprägt, wird zu einem Einwanderungsland (vor allem aus Zimbabwe). 80% der Batswana wohnen in einem schmalen Streifen entlang der Ostgrenze, über 57% sind städtische Bevölkerung.
Hauptstadt: Gaborone (447.000 Ew., 2014). Andere grosse Städte: Francistown (128.000), Lobatse, Serowe, Selebi-Phikwe (50.000, 2011).
Währung: Pula. 10 BWP = 100 Thebe = 0,89 € / 0,95 CHF

Offizielle Sprache: Englisch. Setswana fungiert als "Nationalsprache". 80% (nach Regierungsdarstellung 95%) der Bevölkerung sind Tswana, auf 8 ethnische Gruppen aufgeteilt. Daneben gibt es andere Bantugruppen (Kalanga, Basarwa, Kgalagadi) und San bzw. Khoe, aber auch Asiaten und rund 1% Europäer.

Wirtschaft: Über 80% des Landes sind Wüste (Kalahari) oder Wüstensteppe. Die Aufteilung des nutzbaren Landes (Weide, 45,2% und Ackerboden, 0,6% der Gesamtfläche) wird zunehmend zugunsten grosser und mittlerer Produzenten verschoben. Der Grossteil der Bevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft, die jedoch nur 50% der benötigten Nahrungsmittel liefert und 1,9% zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt. Die Arbeitssituation ist allgemein durch einen hohen Anteil an nichtafrikanischen Experten, gespaltene Lohnskalen und niedrige Löhne vor allem für Arbeiter gekennzeichnet. 20% Arbeitslosigkeit (2013) und eine Armutsrate von 30,3% (2003) zeigen, dass das stetige Wachstum der Wirtschaft (2016 3,1%) allein keine existenzielle Sicherheit für die Bevölkerung bietet. Mit einem BIP von 36,5 Mrd. US-$ und einem Pro-Kopf-Einkommen von 16.900 US-$ (2016) gehört das Land statistisch zu den „Middle Income Countries“ – für die arme Bevölkerung bedeutet das wenig. Es gibt zwar eine staatliche Pensionsvorsorge, doch nur etwa die Hälfte der 111.000 Waisenkinder bekommt staatliche Unterstützung.
Die Viehzucht, die noch bis Anfang der 1970er Jahre den Export des Landes dominierte, ist seit der Aufschliessung von Mineralvorkommen (Diamanten, Kupfer, Nickel, Kohle, u.a.) zweitrangig. Diamanten machen 70% bis 80% der Exportwerte aus. Der Anteil der Vieh- und Fleischausfuhren sank auf etwa 4%; Tourismus gewinnt dafür an Bedeutung. 2016 standen Exporte von 6,4 Mrd. US-$ Importen im Wert von 7,2 Mrd. US-$ gegenüber. Die Auslandsverschuldung ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen (2005: 556 Mio. US-$, 2016 knapp 2,4 Mrd. US-$). 2016 betrug die Inflation 3,4%.
Die Mitgliedschaft in der seit 1911 bestehenden Zollunion, Kapitalverflechtung und Abhängigkeit von südafrikanischen Transportwegen kennzeichnen die Beziehung zur Republik Südafrika.