B U R K I N A   F A S O
(République Démocratique du Burkina Faso, ex-Obervolta / Haute Volta)

letzte Bearbeitung 07.11.2017

Präsidialrepublik auf der Basis einer Verfassung von 1991. Nach einer nationalen "Versöhnungskonferenz" sind seit den Wahlen vom Mai 1992 wieder mehrere Parteien im Parlament vertreten; 2015  zuletzt abgeändert.
Präsident: Roch Marc Christian KABORE (2015-)
Frühere Staatschefs: Maurice YAMEOGO (1960-1966), Obstlt. Aboubacar Sangoule LAMIZANA (später General und ab 1977 gewählter Präsident, 1966-1980), Obst. Sayé ZERBO (1980-1982), Mj. Jean-Baptiste Ouedraogo (1982-1983), Hptm. Thomas Sankara (1983-1987), Blaise COMPAORÉ (1987-2014), Michel KAFANDO / Moumina Chériff SY (letzterer als Präsident des Conseil national de la transition) (2014-2015, ad interim)

Unabhängig seit 5.8.1960. Seit August 1984 Burkina Faso statt Obervolta (Haute Volta) genannt. Blaise Compaoré, durch die Ermordung von Thomas Sankara an die Macht gekommen, musste nach heftigen Protesten 2014 zurücktreten. Die Armee unter Generalleutnant Isaac Zida – ad interim Regierungschef – regelte einen unblutigen politischen Übergang. Ein Conseil national de transition aus 90 Vertretern bereitet aufgrund des Abkommens vom 16.11.2014 (Charte de transition) Wahlen für 2015 vor, an denen sich 99 Parteien beteiligten. Auch ein versuchter Militärputsch verhinderte nicht deren rechtzeitige Abhaltung.
Die Nationalversammlung (Assemblée Nationale) besteht aus 127 direkt gewählten Abgeordneten. Bei den 
Wahlen vom Dezember 2015 erhielt Kabores Mouvement du peuple pour le progrès (MPP) 55 Sitze, Union pour le progrès et le changement (UPC, Zéphirin Diabré) 33, Congrès pour la démocratie et le progrès (CDP, Eddie Komboïgo) 18, Union pour la renaissance/Parti Sankariste (UNIR/PS) 5 und weitere 10 Parteien zwischen 1 und 3 Sitze.

274.200 km2 gross, 20 Mio. Einwohner (2017); knapp 70% ländliche Bevölkerung; Zuwachsrate 3%; über 3 Mio. Bürger halten sich als Arbeitsmigranten - saisonal oder auf Dauer - im Ausland (Ghana, Elfenbeinküste etc.) auf, doch kehrten viele wegen der Unruhen in Côte d’Ivoire nachhause zurück.
Hauptstadt: Ouagadougou (2,74 Mio., 2015); andere grössere Städte: Bobo-Dioulasso (320.000 Ew. 2004), Koudougou, Ouahigouya, Kaya, Banfora.
Währung: Franc CFA / 100 FCFA = 0,15 € (1 FF) / 0,16 CHF

Offizielle Sprache: Französisch; Landessprachen: ca. 60 verschiedene. Die meisten davon gehören zu den Gur- oder Mandesprachen. Gur: Mooré (Sprache der Mossi, 48%), Senufo, Gurmantche, Dagari. Mande: Bobo, Bissa, Dioula. Von den 17 im Radio verwendeten Sprachen gehören 4 nicht den beiden erwähnten Gruppen an: Ful, Französisch, Songhai und Tamacheq (Tuareg).

Wirtschaft: Neben dem Sektor der Selbstversorgung, der rein dem Umfang nach dominiert (Hirse, Bohnen, Mais, Reis, Knollenfrüchte), besteht eine landwirtschaftliche Exportproduktion (Baumwolle - 60%, Erdnüsse, Karité, Obst und Gemüse). Die Bedeutung der Viehhaltung und des Exports von Vieh und Häuten ging in den 1970er Jahren ebenso zurück wie die Ausfuhr von Erdnüssen. Die ökologischen Probleme der Sahel treffen den Norden, die Überbevölkerung das Zentrum besonders.
43% des Bodens sind landwirtschaftlich nutzbar – rd. die Hälfte davon sind Weideflächen; 20,4% Wald. Die Ausbreitung der Wüste und häufige Dürreperioden bedrohen die Bevölkerung vor allem im Norden. Überweidung und Bodenverschlechterung sind die Folgen.
Von den Bodenschätzen werden derzeit Gold und Phosphate verwertet; obgleich Gold etwa ¾ der Exporte ausmacht (2016 wurden fast 40 t Gold gewonnen und 2017 sollen es 45t werden) sind die Anteile des Bergbaus am Nationalprodukt – rd. 8% des BIP – unbedeutend. Im Industriebereich stellen kleine und mittlere Betriebe den grössten Teil der Arbeitsplätze. Die Produktion ist weitgehend auf den lokalen Markt orientiert und der Unternehmenssektor stark durch die Privatisierungsmassnahmen geprägt.
2016 betrug das BIP 12,1 Mrd. US-$ und das Wirtschaftswachstum 5,9%. Inflationsrate: -0,2% (2016). Exporte (2,64 Mrd. US-$) und Importe (2,8 Mrd. US-$) waren 2016 relativ ausgeglichen Auslandsverschuldung: 2,88 Mrd. US-$.
Eine Verbesserung der Zahlungsbilanz ergibt sich aus dem Rücktransfer von Emigrantengeld und Entwicklungshilfe. Wichtigste Wirtschaftspartner sind Frankreich und die übrige EU, die Schweiz und auf spezifische Weise die Nachbarländer Côte d‘Ivoire, Ghana und Mali; bei den Importen wird China immer bedeutender.