B U R U N D I

République du Burundi, Republika y‘Uburundi

Letzte Bearbeitung 20.01.2017

Präsidialrepublik auf der Basis einer Verfassung von 2005, die auf dem Abkommen aufbaut, das 19 Parteien und die damalige Militärregierung unter P. Buyoya im August 2000 in Arusha unterzeichneten. Die Verfassung schreibt einen „ethnischen“ Proporz für Parlament, Senat und Armee fest. Der Präsident ist auch Regierungschef.
Präsident: Pierre Nkurunziza (2005 -, 2010 wiedergewählt)
Frühere Staatschefs: Mwami (König) Mwambutsa IV (bis 1966), Mwami Ntare V (1966), Oberst Michel Micombero (1966-1976), Oberstleutnant Jean-Baptiste Bagaza (1976-1987), (Major) Pierre Buyoya (1987-1993, 1996-2003), Melchior Ndadaye (1993), Cyprien Ntaryamira (1993 -1994), Sylvestre Ntibantunganya (1994-1996), Domitien Ndayizeye (2003-2005)

Unabhängig seit 1. Juli 1962. Konstitutionelle Monarchie bis zum Umsturz von 1966. Parlament mit zwei Kammern: Senat (Inama Nkenguzamateka) und Nationalversammlung (Inama Nshingamateka). 36 der Senatoren werden indirekt durch regionale Gremien gewählt; weitere sind Senatoren auf Lebenszeit (4 ex-Präsidenten) oder Vertreter ethnischer bzw. sozialer Gruppen (Twa). Die Mandate in der Nationalversammlung (mindestens 100) entfallen im Verhältnis 60 zu 40 auf Hutu und Tutsi; 30% der Sitze sind für Frauen reserviert. Bei den Wahlen im Juni 2015 (die die Opposition boykottierte) wurden 100 Abgeordnete gewählt und weitere 21 kooptiert; 77 Sitze gingen an den Conseil National Pour la Défense de la Démocratie–Forces pour la Défense de la Démocratie (CNDD-FDD), 21 an die Coalition « Espoir des Burundais » und 2 an UPRONA (Union pour le Progrès National, die frühere Einheitspartei); kooptiert wurden 18 Frauen (3 Hutu und 15 Tutsi) sowie 3 VertreterInnen der Twa (1 Frau). Eine ähnliche Verteilung ergab sich für den Senat (43 SenatorInnen, darunter 4 frühere Präsidenten und 3 Vertreter der Twa-Minderheit).

27.834 km2 gross; 11,09 Mio Ew. (2016). Dichte rd. 398 / km2; knapp 90% ländliche Bevölkerung; Zuwachsrate 3,26% (2016);
Hauptstadt: Bujumbura (ca. 751.000 Ew. 2015) Weiter Städte: Gitega, Ngozi, Bururi
Währung: Franc Burundi; 1.000 BIF = 0,56 € / 0,60 CHF

Offizielle Sprachen: Kirundi und Französisch.
Fast alle politischen Probleme des Landes werden auf den Gegensatz „Hutu - Tutsi“ (85% zu 14%) zurückgeführt, wobei die ethnische Begründung gegenüber den sozialhistorischen und ökonomischen oft überbewertet wird. Als Minorität sind die Twa anerkannt.

Wirtschaft: Die Landwirtschaft dominiert und 90% der Bevölkerung produzieren vor allem im Bereich der Subsistenz; 73,3% des Bodens sind landwirtschaftlich nutzbar. Die hohe Bevölkerungsdichte drängt die Viehzucht immer stärker zurück und verlangt eine gute Ausnützung der Böden in Richtung auf die Deckung des Eigenbedarfes. Produziert werden: Bananen, Maniok, Süsskartoffel, Hülsenfrüchte, Mais, Hirse und für den Export Kaffee (nahezu 80% der Exporte, 20 bis 25% der Staatseinnahmen), Tee, Baumwolle. Aufgrund der Binnenlage und der zeitweilig schwierigen politischen Beziehungen zu den Nachbarländern gibt es bei der Versorgung mit Importen oft grosse Schwierigkeiten. Die Handelsbilanz ist stark defizitär.
Entwicklungsprojekte im Versorgungsbereich betreffen u.a. den Fischfang im Tanganyikasee. Burundi muss Lebensmittel importieren. Besonders belastend sind auch die Energieimporte (Erdöl); durch Abbau und Verwertung von Torf und den Ausbau von Wasserkraft (3 Projekte) soll die Energiesituation etwas verbessert werden.
2015 betrug das BIP 2,74 Mrd. US-$; die Wirtschaft schrumpfte wegen der internen Auseinandersetzungen um 4%%; Inflation 6,5% (2016); die Verschuldung im Ausland betrug 2016 705 Mio. US-$; hohes Handelsbilanzdefizit (2016 machten die Exporte 132,4 Mio. US-$ aus, die Importe hingegen 683,4 Mio. US-$). 69% der Bevölkerung, ein selbst für Afrika sehr grosser Anteil, leben unterhalb der Armutsgrenze.
Burundi ist stark von Auslandshilfe abhängig – 42% des Nationaleinkommens machen bi- und multilaterale Hilfsleistungen aus.