C O T E - D' I V O I R E / E L F E N B E I N K Ü S T E
République de Côte d'Ivoire

Letzte Bearbeitung 20.01.2017

Präsidialrepublik (Dritte Republik) auf der Grundlage einer Verfassung vom Juli 2000, zuletzt 2016 novelliert. Sowohl die Präsidentenwahlen, die L. Gbagbo mit 59,4% im zweiten Durchgang vor General Gueï gewann, als auch die Parlamentswahlen vom Dezember 2000 fanden unter zweifelhaften Bedingungen statt. Die Folge war ein Bürgerkrieg, der erst 2007 endete. Auch die Wahlen von 2010 brachten keine sofortigen Regierungswechsel, sondern eine politische und bewaffnete Auseinandersetzung über 5 Monate, die mit der Vertreibung Gbagbos endete.
Staatschef:
Alassane Dramane Ouattara (2010/2011-, 2015 wiedergewählt)
frühere Staatschef: Felix Houphouet-Boigny (1960-1993), Henri Konan Bedié (1993 - 1999), Gen. Robert Gueï (1999-2000), Laurent Gbagbo (2000-2010/2011)

Unabhängig seit 7.8.1960. Der PDCI (Parti Démocratique de la Côte-d'Ivoire) - Regierungspartei seit der Unabhängigkeit - musste 1990 ein Mehrparteiensystem zulassen; 1999 beendete die Armee die Erste Republik. Die Parlamentswahlen im Dezember 2000 waren ebenso wie die Präsidentenwahlen zuvor von gewaltsamen Protesten wegen der Ablehnung der Kandidatur von ex-Premier Ouattara begleitet. In den Wahlen im Dezember 2016 (Wahlbeteiligung 34,1%) erhielt Alassane Ouattaras Rassemblement des houphouëtistes pour la démocratie et la paix (RHDP) 167 von 255 Parlamentssitzen; 75 Abgeordnete hatten als „Unabhängige“ kandidiert, UDPCI (Union pour la Démocratie et pour la Paix en Côte-d‘Ivoire) 6 und je 3 Sitze für den Front populaire ivoirien (FPI) und die Union pour la Côte d'Ivoire (UPCI); 1 offener Sitz.

322.462 km2 gross; 23,7 Mio. Einwohner (2016); Zuwachsrate 1,88%. Gem. offizieller Statistik lebten 2015 zwischen 4 und 5 Mio. Migranten (aus Burkina Faso, Guinea, Mali, Niger, Frankreich) und Flüchtlinge (aus Liberia und Sierra Leone) im Land. Durch den Bürgerkrieg kam es auch zu einer bedeutenden Binnenmigration. Über 54% städtische Bevölkerung.
Hauptstadt: Yamoussoukro (259.000 Ew. 2014). Andere grössere Städte: Abidjan (die de facto Hauptstadt, 4,86 Mio. Ew. 2015) Bouake, Daloa, Gagnoa, Korhogo, Dimbokro
Währung: Franc CFA, 100 F CFA = 0,15 Euro (1 FF) / 0,16 CHF

Offizielle Sprache: Französisch.
Einheimische Sprachen: Etwa 65 aus 4 verschiedenen Gruppen: Akan (Baule, Agni, Attie etc., 42,1%), Kru (Bete, Dida, Guere, Wobe u.a., 15,7%), Mande (Malinke-Dyula, Dan Guro, 26,5%), Gur (Senufo, u.a., 15,7%).

Wirtschaft: Die Côte d‘Ivoire verfolgt seit jeher eine Politik der Integration in die kapitalistische Marktwirtschaft. Nach langen Jahren einer ständigen Aufwärtsentwicklung (“Wirtschaftswunder”) wurde Anfang der 1980er Jahre die immer steigende Verschuldung wirksam und die Côte d‘Ivoire musste den Vorschriften von Weltbank und IMF nachgeben. Der heroische Versuch, mittels Zurückhalten der Kakaoernte einen höheren Preis zu erzwingen, endete 1989 mit einer Niederlage. Ein neuer Weltbankkredit finanzierte die Umschuldung, brachte aber auch die üblichen Bedingungen, wie die Reduktion der Staatsausgaben und der Zahl der Beamten. Unter den Massnahmen war auch die Herabsetzung der bäuerlichen Erzeugerpreise zugunsten des Staatsanteils bei der Vermarktung.
Das Land blieb von der globalen Krise nicht verschont. Noch stärker schadete der politische und bewaffnete innere Konflikt zwischen 2000 und 2010 der nationalen Ökonomie. Aufgrund der Verschlechterung der Weltmarktpreise, der politischen Unruhen und der Weigerung einiger Geber - wie der EU - das Land angesichts der undemokratischen Vorgangsweisen gegen die Opposition um Ouattara zu unterstützen, stagnierte die Wirtschaft. Noch 2011 schrumpfte das Inlandsprodukt um 4,7%; seither gibt es ein beständiges Wachstum zwischen 8% und 10%. 2016 betrug das BIP 87,12 Mrd. US-$, das Wirtschaftswachsum 8%, die Inflation 1,2%; die Handelsbilanz ist wieder deutlich positiv – 2016 standen Exporte im Wert von 11,7 Mrd. US-$ Importen von 8,96 Mrd. US-$ gegenüber -, doch ist die CI im Ausland mit über 12,8 Mrd. US-$ (2016) verschuldet.
Exportgüter: Kakao (weltgrösster Exporteur), Kaffee, Holz, dazu Frischobst, Gemüse und auch Gummi, sowie Konserven bzw. Säfte; Nahrungsmittel für den lokalen Konsum: Mais, Hirse, Reis, Yams, Zucker u.a. Grössere Investitionen bei Zucker und Reis erwiesen sich als Fehlplanungen.
Etwa 70% der erwerbstätigen Bevölkerung sind in der Landwirtschaft tätig; knapp 65% des Bodens sind landwirtschaftlich nutzbar, davon etwa 2/3 als Weidefläche. Für die zahlreichen “Gastarbeiter” wird es zunehmend schwierig Arbeit zu finden und der Bürgerkrieg bedrohte viele von ihnen in ihrer Existenz. Lebten 1998 35% der Bevölkerung unter der Armutsgrenze, so stieg die Zahl der Betroffenen in der Folge bis heute 42%. 1914 nahm die CI im Human Development Index Platz 171 unter 187 Ländern ein.