D J I B O U T I / DJ
République de Djibouti / al-Jumhuriyya ad-Jibuti, kolonial: Territoire des Afars et Issas

Letzte Bearbeitung 08.11.2017

Präsidialrepublik. Die Verfassung wurde 1992 auf ein e 4 Parteiensystem erweitert; die Novellierung 2010 hob dies ebenso aufwie die Beschränkung der Wiederwahl des Präsidenten.
Präsident: Ismail Omar GUELLEH (seit 1999, 2011 und 2016 wiedergewählt)
früherer Staatschef: Hassan Gouled APTIDON (1977-1999)

Unabhängig seit 27.6.1977; die frühere Einheitspartei RPP (Rassemblement Populaire pour le Progrès) dominierte auch nach dem Ende des Einparteienregimes das Parlament. Bei den Wahlen vom Februar 2013 musste die Partei des Präsidenten (Union pour la majorité présidentielle, UMP) zum ersten Mal seit 1992 Mandatsgewinne einer anderen Partei zulassen: UMP bekam 55 der 65 Sitze, 10 gingen an die USN (Union pour le salut national, Ahmed Yousouf); die aus Protest gegen Wahlmanipulation dem Parlament bis Dezember 2014 fern blieb.

23.200 km2 gross, 865.000 Einwohner (2017). Die knappen 23 % ländliche Bevölkerung sind zum grössten Teil Nomaden. Zuwachsrate: 2,16% (2017)
Hauptstadt: Djibouti (529.000 Ew., 2015)
Währung: Djibouti Franc (feste Bindung an den US-$). 1.000 DJF = 4,85 € / 5,61 CHF

Offizielle Sprachen: Französisch, Arabisch. Die beiden stärksten Bevölkerungsgruppen sind Afar (35%) und Issa (Somali, 60%). Europäer (vor allem Franzosen, 15.000) und Araber (12.000) sind starke Minderheiten. Aufgrund der bewaffneten Auseinandersetzungen in Nachbarstaaten wurde Djibouti zu einem Transitionsland für Flüchtlinge aus Somalia, Äthiopien und Eritrea. Der Konflikt in Yemen hat die Zahl der Flüchtlinge mehr als verdoppelt, allerdings lässt sich nur ein kleiner Teil der rd. 40.000 Zuwanderer in den offiziellen Lagern registrieren (UNHCR).

Wirtschaft: Djibouti ist wirtschaftlich total von Frankreich (und anderen Industriestaaten) abhängig. Bodenschätze (Salz, Kalk etc.) sind nur in geringem Masse vorhanden und die Nutzung der thermischen Energie ist erst im Anfangsstadium. Die Viehzucht ist vor allem auf Subsistenz gerichtet, wobei nur 10% des Landes überhaupt und nur 0,26% (6.000 ha) für die Landwirtschaft nutzbar sind. Gut 80% der Nahrungsmittel zur Versorgung der Bevölkerung müssen importiert werden.
2016 betrug das BIP 1,89 Mrd. US-$; Wirtschaftswachstum 6,5%, Inflation 2,7%. Exporten im Wert von 140 Mio. US-$ standen 2016 Importe von 1,13 Mrd. US-$ gegenüber; die Auslandsschuld betrug 1,5 Mrd. US-$.
Das Handelsbilanzdefizit macht das Land stark abhängig von auswärtiger Budgethilfe und Entwicklungsgeldern. Die Sektoren Transport, Banken und andere Dienstleistungen erbringen neben der Wirtschaftshilfe das notwendige Nationaleinkommen. Dienstleistungen machen über 3/4 des Bruttoinlandprodukts aus. Über 45% des BIP kamen 1993 allein aus der Versorgung der französischen Armeeeinheiten, die in Djibouti stationiert waren: nach 1995 hat Frankreich seine Garnison deutlich reduziert, dafür stationierte die USA Marines im Zuge ihrer Terrorbekämpfung; US-Camp Lemonnier beherbergt 4000 Personal; seit 2017 unterhält auch China eine Basis in Djibouti, was wiederum Saudi Arabien und Japan dazu brachte seine Präsenz auszuweiten.
Der Hafen von Djibouti, vor der Schliessung des Suezkanals (1967) der achtgrösste der Welt, hat sich von der Rezession nicht mehr völlig erholt. Heute wird vor allem das Containergeschäft ausgebaut und die Position als Umschlagplatz für überlastete Dritthäfen (etwa Djidda) gefördert. Bedeutend auch die Verwendung des Hafens durch die Kriegsmarine der NATO. Über die Eisenbahn nach Addis Abeba wird mehr als die Hälfte der äthiopischen Exporte/Importe abgewickelt, die etwa 75% der Aktivität des Hafens ausmachen.
Nur rund 20 bis 25.000 Personen finden im modernen Sektor Arbeit; die Arbeitslosenquote liegt bei 60%. 23% der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze. Die Wirtschaft ist durch Privatisierung und Liberalisierung gekennzeichnet - die politische Liberalisierung steht noch aus.