G A B U N
République Gabonaise

Letzte Bearbeitung 25.01.2017

Republik mit Präsidialverfassung; seit 1991 lässt die Verfassung wieder mehrere Parteien zu und die Macht des Präsidenten wurde in Zusammenhang mit der Demokratiebewegung - zumindest formal – eingeschränkt; letzte Novellierung 2011.
Präsident: Ali BONGO Ondimba 
(seit 2009, letzte Wiederwahl 2016). Wurde mir relativer Mehrheit (41,7%) nach dem Tod des Vaters ins Amt gewählt. Nach den Präsidentenwahlen vom August 2016, die Bongo mit 49,8%, knapp 2% vor seinem Gegner Jean Ping, gewann, kam es zu heftigen Protesten in Libreville (Brand des Parlamentsgebäudes, 7 Tote)
Früherer Staatschef: Leon MBA (1960 - 1967), Omar (Albert Bernard) BONGO Ondimba (1967-2009)

Unabhängig seit 17.8.1960; Präsidialrepublik seit 1961
Parlament mit zwei Kammern: Nationalversammlung mit 120 Sitzen; Senat mit 102 Sitzen, indirekte Besetzung über Lokalgremien. Bei den Wahlen im Dezember 2011 – die nächsten Wahlen wurden verschoben auf Juli 2017 – erreichte die frühere Einheitspartei PDG (Parti Démocratique Gabonais) 113 der 120 Parlamentssitze; die übrigen Mandate gingen an: Rassemblement pour le Gabon (RPG) 3 und je 1 an Cercle des libéraux réformateurs (CLR), Union pour la nouvelle République (UPNR), Parti social démocrate (PSD) und Parti gabonais du centre indépendant (PGCI).
Aus den Lokalwahlen vom Dezember 2014 ergab sich folgende Zusammensetzung des Senats: PDG 81 Senatoren, Unabhängige 8, CLR 7, PSD 3, je ein Sitz an PGCI, Alliance des démocratique et républicain (ADERE) & Union du peuple gabonais (UPG)

267.667 km2 gross; 1,74 Mio. Einwohner (2016; gem. Volkszählung von 2013 jedoch 1,8 Mio.); 88,5% städtische Bevölkerung. Zuwachsrate: 1,92% (2016). Gabun ist tendenziell ein Einwanderungsland.
Hauptstadt: Libreville (707.000 Ew. 2015)
andere grössere Städte: Port Gentil (116.000 Ew.), Lambarene, Tchibanga, Mouila, Franceville
Währung: Franc CFA, 100 F CFA = 0,15 € (1 FF) / 0,16 CHF

Offizielle Sprache: Französisch; Landessprachen: Fang (1/3 der Bevölkerung), Myene-Mpongwe, Teke, und andere Bantusprachen. Etwa 150.000 Ausländer (z.B. 6.000 Franzosen) sind immer noch im Land tätig, obwohl aufgrund der Rezession der Wirtschaft ihre Zahl zurückgeht.

Wirtschaft: Die Exportproduktion umfasst neben Holz (knapp 10%), Mangan (12%) und Uran (4%), vor allem Erdöl, das 50% des BIP erbringt und 87% des Exportwertes ausmacht.
Preisschwankungen auf den Rohstoffmärkten können zu Schuldenkrisen führen, die wie 2007 eine Intervention des IWF auslösen. Die stabile Regierung und eine offene Politik gegenüber ausländischen Investoren haben für das Land zwar in der internationalen Einschätzung zu einer sehr positiven Bewertung geführt, aber für die einheimische Bevölkerung erbrachte diese Wirtschaftspolitik wenig.
Das Pro-Kopf-Durchschnittseinkommen lag 1015 bei 7,692 US-$ war damit das vierthöchste in Afrika; das sagt jedoch wenig über die Lage der breiten Bevölkerung aus. Offizielle Angaben zeigen einen Unterschied von 1:5 für die Einkommen am Land gegenüber den Einkommen in der Stadt (dies weist vor allem darauf hin, dass Ausländer sehr hohe Einkommen beziehen, doch liegt ein grosser Unterschied auch in den Einkommen der Gabuner). Ein grosser Anteil der Beschäftigten sind auch heute noch Ausländer (1978 waren es etwa 30.000 von 120.000), aber im Gegensatz zu früher gibt es seit den 1990er Jahren auch Arbeitslose unter den Einheimischen (21% Arbeitslose im Jahr 2006). Ein beträchtlicher Prozentsatz des Nationaleinkommens wurde nicht produktiv im Land investiert, sondern konsumiert, in Prestigebauten angelegt, oder ins Ausland transferiert. BIP: 14,56 Mrd. US-$ (2015), Wirtschaftswachstum 3,2% (2016), Inflation 1,1% (2016); 2016 standen Importe von 3 Mrd. US-$ Exporten von 4,4 Mrd. US-$ gegenüber – ein deutlicher Rückgang der Exportwerte aufgrund des Ölpreisverfalls; Auslandsschulden 5,1 Mrd. US-$.