G A M B I A
Republic of the Gambia, The Gambia

Letzte Bearbeitung 09.11.2017

Präsidialrepublik auf der Basis einer Verfassung von 1996. Von 1982 bis 1989 bildete das Land mit Senegal die Konföderation Senegambia.
Staatschef: Adama BARROW (ab 2016). Jammeh war erst nach Intervention von Vertretern der ECOWAS bereit, den Wahlsieg seines Konkurrenten anzuerkennen. Der Präsident ist zugleich Regierungschef.
Früherer Staatschef: Sir Dawda JAWARA (bis 1970 Premierminister, dann Präsident und Regierungschef; 1994 gestürzt.), (Lt.) Yahya JAMMEH (1994-2016)

Unabhängig seit 8.2.1965. Bis zum Ende der Zivilregierung im Jahr 1994 gehörte die Mehrheit der Abgeordneten der PPP (People's Progressive Party) an. Das neue Parlament hat 53 gewählte Abgeordnete – 5 weitere ernennt der Präsident. Gewählt wurden in den Wahlen vom April 2017: 31 von der United Democratic Party (UDP, A. Barrow), APRC (Alliance for Patriotic Re-Orientation and Construction, Fabakary Jatta) 5, NRP (National Reconciliation Party, Aamba Jallow) 5, GDC (Gambia Democratic Congress, Mama Kandeh) 5, PDOIS (People’s Democratic Organisation for Independence and Socialism) 4, PPP (Yahya Ceesay) 2 und 1 Unabhängiger

11.295 km2 gross; 2,05 Mio. Einwohner (2017); 60,8% städtische Bevölkerung. Zuwachsrate 2,05%. Viele junge Gambier suchen in der Migration eine Verbesserung ihrer Lebensbedingungen – damit verbunden sind braintrain und Rücküberweisungen.
Hauptstadt: Banjul (früher Bathurst / St. Mary) (31.000 Ew. 2013, unter Einbeziehung des Umlandes über 350.000); Serekunda, 13km südwestlich der Hauptstadt an der Küste ist die grösste Stadt des Landes mit über 363.000 Einwohnern (2013).
Währung: Dalasi; 100 GMD (1D = 100 Bututs) = 1,81 € / 2,09 CHF.

Offizielle Sprache: Englisch; einheimische Sprachgruppen: Mandinka (Malinke) (42%), Ful (18%), Wolof (16%), Dyola (10%), Soninke 9%, Krio / Aku (1%) u.a.

Wirtschaft: 56% des Bodens sind landwirtschaftlich nutzbar, davon der grösste Teil für Pflanzenbau. Erdnüsse machen 70% des Exports aus. Die Erdnusskultur ist vor dem Tourismus (20% des Inlandsprodukts in 2013) der wichtigste Wirtschaftszweig. Für die breite Bevölkerung sind die Rücküberweisungen von Migranten (ein Fünftel des BIP) von grosser Bedeutung. Der Anbau von Reis, dem wichtigsten Grundnahrungsmittel, soll durch gezielte Investitionen gefördert werden. Die Industrieproduktion steht mit 9% des Inlandsprodukts an dritter Stelle. BIP (2016): 965 Mio. US-$; Wirtschaftswachstum: 2,2%, Inflation: 7,2%. Auslandsverschuldung 571 Mio. US-$. Der Handel profitiert von der starken Aussenorientierung; unter dem Titel “Reexportation” nützen lokale Händler die niedrigen Abgaben und Zölle in Gambia für Geschäfte nach anderen afrikanischen Staaten, oft unter Umgehung der jeweiligen Zollbehörden. Starkes Aussenhandelsdefizit: 2016 standen Importe im Wert von 326,7 Mio. US-$ Exporten von 106,6 Mio. US-$ gegenüber. Die wichtigsten Partner neben den Nachbarländern, wohin sich die Re-Exporte richten: China, Indien, UK. Rd. 10.000 Arbeitsplätze hängen vom Tourismus ab, wobei Gewerbe, Handel und Dienstleistungen im Umfeld des Tourismus mehr Leute beschäftigen als Arbeitsplätze direkt im Fremdenverkehr geschaffen wurden. 20% des BIP stammen aus dem Tourismus; ebenso viel beträgt der Anteil der „remittances“. Neuregelungen von Bestimmungen und ein deutlicher Rückgang des Tourismus (zuletzt wegen Ebola) haben allerdings die Wirtschaftsentwicklung gebremst und zu steigernder Arbeitslosigkeit geführt. 48,4% lebten 2010 unter der Armutsgrenze.