G U I N E A - B I S S A U
República da Guiné-Bissau

Letzte Bearbeitung 10.11.2017

Republik auf der Basis einer Verfassung von 1984. Die Revision der alten Verfassung brachte 1991 ein Mehrparteiensystem. Ein Militärputsch unterbrach den Transitionsprozess; bei den Wahlen von 2014 wurde die Unabhängigkeitsbewegung und frühere Einheitspartei PAIGC (Partido Africano da Independencia da Guiné e Cabo Verde) wieder stärkste Partei im Parlament. Der häufige Wechsel an der Spitze der Regierung zeigt jedoch, dass das politische System wenig stabil ist, weil der Präsident die alleinige Macht anstrebt.
Staatschef:
Josse Mario VAZ (2014 - )
früherer Präsidenten: Luiz CABRAL (1973 bis 1980), Joao Bernardo VIEIRA (1980-1999, 2005-2009), Malam Bacai SANHÁ (ad interim 1999-2000, 2009-2012), Kumba YALÁ (2000-2003), Gen. Verissimo Correia SEABRA (2003), Henrique ROSA (ad interim 2003-2005), Raimundo Pereira (2012), Manuel Serifo Nhamadjo (ad interim 2012-2014)

Unabhängig seit der Proklamation vom 24.9.1973. Anerkennung durch Portugal mit 10.9.1974.
Einkammerparlament (Assembleia Nacional Popular) mit 102 Abgeordneten, davon 2 Vertreter der Diaspora. Bei den Wahlen im April 2014 – mit einer Wahlbeteiligung von über 88% –  
bekam der PAIGC 57 Sitze, der PRS (Partido para a Renovaçâo Social) 41, sowie PCD (Partido da Convergência Democrática) 2; je 1 Abgeordneten brachten Partido para a Nova Democracia (PND) und União para a Mudança (UM) durch.

36.125 km2 gross; 1,79 Mio. Einwohner (2017); 50,8% städtische Bevölkerung; Zuwachsrate 1,86%.
Hauptstadt: Bissau (492.000 Ew. 2015)
Währung: Franc CFA; 100 F CFA = 0,15 Euro (1 FF)

Offizielle Sprache: Portugiesisch; Verkehrssprache: Crioulo
Bevölkerungsgruppen: Balante (23,8%), Fulbe (22,9%), Malinke (14,2%), Mandiako (12%), Pepel (9,3%), kreolische Bevölkerung.

Wirtschaft: Ursprünglich auf Monokultur (Erdnuss) ausgerichtet. 11 Jahre Befreiungskampf veränderten die wirtschaftliche Situation völlig. Es kam zu einem starken Rückgang der bebauten Bodenfläche (1953: 410.000 ha, 1972: 125.000 ha) und zu einem Rückzug in die Subsistenzkultur; 44,8% der Fläche sind landwirtschaftlich nutzbar, 55% sind Wald.
Für den Eigenverbrauch werden u.a. Reis, Hirse und Erdnuss angebaut. 1974 deckten die Ausfuhren nur 7%, 1996 etwa 38% und 2002 rd. die Hälfte der notwendigen Einfuhren. Exportiert werden Cashewnüsse (sechstgrösser Produzent weltweit), Erdnuss, Kopra, Palmöl, Fisch, Gemüse und Holz; importiert wird unter anderem das Grundnahrungsmittel Reis. Bergbau und Industrie weisen nur bescheidene Projekte auf (Erdöl, Bauxit, Phosphate; Zuckerfabrik).
Der Neuaufbau der gesamten Wirtschaft, vor allem der Landwirtschaft, nach dem Befreiungskrieg brauchte eine starke ausländische Unterstützung. Der Versuch einer Kollektivierung und die schlechte Versorgungslage trugen mit dazu bei, dass die Bevölkerung 1980 den Putsch gegen Präsident Cabral unterstützte. Mit der Rebellion der Armee 1998 kam erneut ein deutlicher wirtschaftlicher Rückgang (-28%). 2004 betrug der geschätzte Produktionsrückgang 7%. 2016 betrugen das BIP 1,15 Mrd. US-$, das Wirtschaftswachstum 5,1%, die Inflation 1,5%. Exporte von 268,6 Mio. US-$ standen Importen von 221,8 Mio. US-$ gegenüber. 82% der Bevölkerung arbeiten in der Landwirtschaft und gut 2/3 leben unter der Armutsgrenze.
Die schwachen und zerstrittenen Regierungen liessen es zu, dass Guinea-Bissau zu einem bedeutenden Drogenumschlagplatz wurde. Guinea B. gehört zu den 10 ärmsten Staaten der Welt. Mit einer Verschuldung von mehr als 1 Mrd. US-$ (2010) zählt das Land in Relation zu seiner Leistungsfähigkeit auch zu den am stärksten verschuldeten Staaten der Welt.