K A M E R U N
République du Cameroun / Republic of Cameroon

letzte Bearbeitung 10.11..2017

Präsidialrepublik auf der Basis einer Verfassung aus 1996; die Novellierung 2008 erlaubt eine unbegrenzte Wiederholung der Präsidentschaft. 1984 wurde aus der "Vereinigten Republik Cameroun/Cameroon" (aus einem anglophonen West-Kamerun und einem frankophonen Teil, ehemals britisches bzw. französisches Mandatsgebiet) wie sie die Verfassung aus 1972 geschaffen hatte, wieder die "Republik Kamerun". Seit 1992 gibt es ein Mehrparteiensystem.
Präsident: Paul BIYA (seit 1982, zuletzt 2011 wiedergewählt, Amtszeit 7 Jahre)
Vorgänger: Ahamadou AHIDJO (1960-1982)

Unabhängig seit 1.1.1960; Föderation 1961-1972.
Parlament mit zwei Kammern; der Senat besteht aus 70 indirekt gewählten und 30 vom Präsidenten ernannten Mitgliedern. Nationalversammlung mit 180 Abgeordneten.
Bei den Wahlen vom September 2013 gewann die Regierungspartei (RDPC/CPDM, Rassemblement Démocratique du Peuple Camerounais / Cameroonian People's Democratic Movement) 148 Sitze; SDF (Social-democratic Front / Front Social-Démocratique) erhielt 18, UNDP (Union Nationale pour la Démocratie et le Progrès) 5, UDC (Union Démocratique du Cameroun) 4, UPC (Union de Populations Camerounais) 3 und zwei Kleinparteien je 1 Mandat. Regierungskoalition: RDPC / UNDP. Wahlen in den Senat zuletzt im April 2013: RDPC 56, SDF 14 Senator_innen

475.650 km2 gross, 21 657 488 Einwohner (2014, nat. Statistik; 24,9 Mio. gem. CIA factbook 2017) (davon ca. 1/4 im anglophonen Teil). 55,5% städtische Bevölkerung, Zuwachsrate: 2,56%.
Hauptstadt: Yaounde (über 3 Mio.Ew., 2015)
Andere Städte: Douala (2,62 Mio. Ew., 2014), Nkongsamba, Bafoussam, Garoua, Maroua u.a.
Währung: Franc CFA, 100 F CFA = 0,15 € (1 FF) / 0,16 CHF.

Offizielle Sprachen: Französisch und Englisch (obwohl beide de jure gleichrangig sind, dominiert Französisch in jeder Hinsicht).
Andere Sprachen: ca. 300 einheimische Sprachen aus verschiedenen Sprachgruppen (Bantu: Fang, Bassa, Ewondo, ..., Bantuide, Tschadsprachen, Arabisch, Ful.) Die meisten dieser Sprechergruppen decken sich in ihrer Verbreitung nicht mit den Staatsgrenzen. Dies erleichtert die Aufnahme von Flüchtlingen, fördert aber auch Exil- bzw. Emigrationsbereitschaft. Derzeit. leben etwa 300.000 Flüchtlinge, vor allem aus Nordnigeria und Zentralafrika, im Land.

Wirtschaft: Sie ist ursprünglich auf landwirtschaftliche Produktion ausgerichtet; 20,6% der Fläche landwirtschaftlich nutzbar, 41,7% Wald. Dazu kommt seit 1978 die Förderung von Erdöl und Erdgas, das im Export mehr als die Hälfte der Erträge sichert.
Produkte für den lokalen Konsum: Hirse, Mais, Bananen, Maniok, Yams. Exportprodukte: Kakao, Kaffee, Bananen, Holz, Kautschuk, Palmöl und -nuss, Baumwolle, Erdnüsse und Tabak. Aluminium und Aluminiumprodukte stellen an den Exporten zwar einen merkbaren Anteil, doch muss gut die Hälfte von den Eingängen für den Import des Rohmaterials aufgewendet werden, das die Firma ALUCAM unter Nutzung billiger Elektrizität im Lande verarbeitet.
Kamerun gilt als Land mit einer "stabilen Politik", das Investoren weit entgegenkommt. Die Errichtung kapitalintensiver Produktionsstätten durch ausländische Firmen (mit Minimalbeteiligung des kamerunischen Staates) verschärfte das Problem der hohen Arbeitslosigkeit jedoch weiter. 2014 lebten 37,5% der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze.
Im Herbst 2000 erhielt das Land nach dem Abschluss eines dreijährigen Programms der Strukturanpassung 2 Mrd. US-$ zur Verringerung seiner Schulden zugesprochen (HIPC) - da die Auszahlung aber an Bedingungen geknüpft ist (wie die Bekämpfung der Korruption), erreicht dieses Geld das Land nur allmählich. Immer wieder gibt es Probleme und Rückschläge bei der Privatisierung und anderen Reformen.
Schlüsseldaten aus 2016: BIP  
29,33 Mrd. US-$; Wirtschaftswachstum 4,7%, Inflation 0,9%, Auslandsschulden 7,36 Mrd. US-$, Exporte im Wert von 4,56 Mrd. US-$, Importe im Umfang von 4,78 Mrd. US-$. China ist vor Frankreich der wichtigste Partner bei Importen; im Export sind das Indien und europ. Staaten.