K A P  V E R D E
República de Cabo Verde

letzte Bearbeitung 31.01.2017

Republik auf der Basis einer Verfassung von 1992, zuletzt 2010 novelliert. Schon 1990 wurde durch einen Entscheid des regierenden PAICV (Partido Africano da Independência da Cabo Verde) ein Mehrparteiensystem eingeführt.
Präsident:
Jorge Carlos FONSECA (2011 -, 2016 von 74% der Wähler_innen wiedergewählt)
früherer Staatschef: Aristides Maria PEREIRA (1975-1991), Antonio Mascarenhas MONTEIRO (1991-2001), Pedro PIRES (2001-2011)

Unabhängig seit 5.7.1975; Der Unabhängigkeitskampf gegen Portugal wurde vom PAIGC in Guinea-Bissau wie auf den Inseln – hier eher politisch als militärisch – geführt. Nach dem Umsturz von 1980 in Guinea erfolgte die Spaltung der bis dahin einheitlichen Regierungspartei in beiden Ländern. Seit 1992 gab es mehrfach einen Regierungswechsel zwischen den beiden grossen Parteien PAICV und MPD.
Parlament mit 72 Abgeordneten; davon 6 Vertreter der Diaspora (je 2 für Amerika, Europa und Afrika). Im März 2016 gewann der MPD (Movimento para a Democracia, José Ulisses de Pina Correia e Silva) mit 40 Sitzen die Mehrheit, PAICV (2011 bis 2016 Regierungspartei unter Führung von Frau
Janira Hopffer Almada) erhielt 29 und UCID (União Cabo-verdiana Independente e Democrática, António Monteiro) 3.

4.033 km2 gross (zwei Inselgruppen, mit 10 grösseren Inseln, davon dauernd 9 bewohnt, ca. 450 km westlich von Dakar); ”Inseln im Wind”, Barlavento: Santa Antao, Sao Vincente, Santa Luzia, Sao Nicolau, Sal, Boa Vista. ”Inseln unter dem Wind”, Sotavento: Maio, Santiago, Fogo, Brava.
 

553.500 Einwohner (2015), 65,5% städtische Bevölkerung, 1,35% Bevölkerungszuwachs (2016); über 500.000 Emigranten leben in Europa und vor allem in den USA.
Hauptstadt: Praia (145.000 Ew., 2014) auf der Insel Santiago
Währung: Kapverdischer Escudo; 1000 CVE = 9,01 € / 9,62 CHF

Offizielle Sprache: Portugiesisch. Die Bevölkerung spricht Criolu; zwischen den regionalen Varianten bestehen teilweise starke Unterschiede.

Wirtschaft: Durch die Abholzung und den Raubbau in den vergangenen Jahrhunderten verschlechterten sich die Möglichkeiten einer agrarischen Produktion ständig (Erosion, Bodenverschlechterung, Wassermangel). 18,6% des Landes sind landwirtschaftlich nutzbar, davon der grössere Teil für Pflanzenbau. Angebaut werden Erdnüsse, Mais, Maniok, Süsskartoffel, Bananen, Zuckerrohr etc. Die eigene Lebensmittelproduktion deckt nur knapp 20% des Bedarfs, daher machen Nahrungsmittel fast die Hälfte der Importe aus. 2016 standen Importe im Wert von 618 Mio. US-$ Exporten im Wert von 148 Mio. US-$ gegenüber. Portugal, Australien, Spanien und die Niederlande sind die wichtigsten Handelspartner.
Fischfang ist ein expandierender Wirtschaftszweig, doch wurden manche Fischgründe durch Überfischen schwer geschädigt. Rd. 21% der städtischen Bevölkerung sind arbeitslos; 15% der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze (2010).
Geringer Niederschlag hat seit der Unabhängigkeit das Land noch stärker von Unterstützung von aussen abhängig gemacht. Aufgrund von Entwicklungshilfezahlungen und der Rücküberweisungen von Emigranten (sie machen über 20% des Nationalproduktes aus) ist die Zahlungsbilanz ausgeglichen, obwohl Exporte und Devisen für Dienstleistungen nur 48% der Importe abdecken können.
Das BIP betrug 2015 1,68 Mrd. US-$, das Wirtschaftswachstum betrug 1,5% (2106 stieg es auf 3,6%), die Inflation 1,4% (2016) und die Auslandsverschuldung 1,66 Mrd. US-$.
Es gibt zahlreiche Projekte zu einer Diversifizierung der Wirtschaft und zur Ausbildung von Fachkräften. Weiters stehen die Aufforstung, der Ausbau der Infrastruktur und die Förderung des Tourismus im Vordergrund. Was es mit den Tiefseevorkommen von Erdöl auf sich hat, bleibt noch abzuwarten.