K O N G O-Brazzaville
République du Congo

Letzte Bearbeitung 01.02.1017

Republik Kongo, auf der Grundlage einer Präsidialverfassung von 2002. Die Revision von 2015 führte das Amt des Regierungschefs wieder ein, reduzierte die Amtszeit des Präsidenten und beschränkte die Wiederwahl auf drei Perioden. Drei Bürgerkriege beendeten in den 1990er Jahren den Versuch, mittels einer nationalen Verfassungskonferenz zu demokratischen politischen Verhältnissen zu finden. Die Auseinandersetzungen brachten 1997 die – erneute – militärische Machtübernahme durch den früheren Staatschef Sassou-Nguessou. Der Präsident ernennt die Regierung und ist auch Regierungschef.
Präsident: Denis SASSOU-NGUESSOU (zum 2. Mal seit 1997, zuletzt 2016 mit 60,4% wiedergewählt)
frühere Staatschefs: Fulbert YOULOU (1960-1963), Alphonse MASSAMBA-DEBAT (1963-1968), Marien NGOUABI (1968-1977), Yhombi OPANGO (1977-1979), Denis SASSOU-NGUESSOU (1979-1992), Pascal LISSOUBA (1992-1997)

Unabhängig seit 15.8.1960; Parlament mit zwei Kammern: Nationalversammlung (139 Abgeordnete) und Senat (66 Sitze) Bei Parlamentswahlen im Juli 2012 siegte der PCT (Parti Congolais du Travail, die frühere Einheitspartei) des Präsidenten mit 89 Mandaten vor dem MCDDI (Mouvement congolais pour la démocratie et le développement intégral, 7 Sitze), der UPADS (Union panafricaine pour la démocratie sociale, P. Lissouba, 7 Sitze) und dem RDPS (Rassemblement pour la démocratie et le progrès social, 5 Sitze). Weitere 9 Parteien haben zwischen 1 und 4 Abgeordnete; 12 Mandate gingen an „unabhängige“ Kandidaten. Die Regierungskoalition bilden PCT, MCDDI, UFD (Union des Forces Démocratiques, 1 Abeordneter) und RC (Rassemblement Citoyen, 3 Sitze). Die Mitglieder des Senats werden von regionalen Kammern nominiert.

342.000 km2 gross; 4,82 Mio. Einwohner (2016). Weit über die Hälfte der Bevölkerung – 65,4% in 2015 – lebt in Städten. Zuwachsrate: 2,06%.
Hauptstadt: Brazzaville (1,88 Mio. Ew. 2015)
Andere grosse Städte: Pointe-Noire (969.000 Ew.) ist der Hafen des Landes - seine Bevölkerung hat sich durch die Flüchtlinge aus dem Norden in den letzten Jahren verdoppelt; Loubomo, N'Kayi, Mossendjo, Owando
Währung: Franc CFA; 100 F CFA = 0,15 € (1 FF) / 0,16 CHF

Offizielle Sprache: Französisch.
Landessprachen: Kikongo, Lingala, Kiteke, Mbochi, Echira etc. Etwa 95% der Bevölkerung sprechen Bantusprachen. Zur Kongo-Gruppe gehören Kikongo (48%), Teke 22%, Ngala (Mbochi etc.) 12%. Lingala erfüllt neben Varietäten des Kikongo (wie Kituba) die Funktion einer Verkehrssprache.

Wirtschaft: Die hohe Zahl der städtischen Bevölkerung macht die Versorgung mit Lebensmittel zu einem der wichtigsten Probleme der Wirtschaft. Seit der Unabhängigkeit stagniert jedoch die landwirtschaftliche Produktion sowohl bei Lebensmitteln für den lokalen Verbrauch als auch bei Exportprodukten. Verstaatlichung und forcierte Um- und Wiederansiedlung von Bauern wirkte sich eher hemmend auf die Produktion aus. Grundnahrungsmittel: Maniok. Für den Export werden Zucker, Kaffee, Kakao, Erdnüsse produziert.
Dominierend sind die Erdölproduktion (67% des BIP, 95% der Exporte und 78% der Staatseinnahmen), Holz, Pottasche. 31% des Bodens sind landwirtschaftlich nutzbar; über 65% sind Wald.
Seit Beginn der politischen Krise Anfang der 1990er Jahre verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage rapide. Verglichen mit Mitte der 1980er Jahre erzielt das Land aus dem Verkauf von Erdöl nur noch die halben Einnahmen, und diese wurden teilweise im Voraus für Kredite verpfändet. Auch die Holzproduktion halbierte sich Ende der 1990er Jahre. Auch die steigenden Einkommen aus dem Ölverkauf - der Staat erhält von Elf und dem neuen Partner Agip 30 bzw. 31% der Erträge – bringen angesichts der Verschuldung – Auslandsschulden 2013 3,27 Mrd. US-$ –, der Kosten für den Wiederaufbau und die sozialen Kosten der Privatisierung, wie sie von den internationalen Gebern gefordert wird, keine Erleichterung.
Trotz seiner zeitweiligen ideologisch-politischen Ausrichtung auf das sozialistische Lager blieben Frankreich und andere EU-Staaten, sowie die USA und Gabun wichtige Wirtschaftspartner. Bei den Exporten dominiert heute allerdings China sehr deutlich; bei den Importen ist es Frankreich vor China. Für die Nachbarländer ist der Kongo vor allem ein wichtiges Transitland. Da vor allem das Hinterland (Waldgebiet) unter der schlechten Infrastruktur leidet, war seine Entwicklung Schwerpunkt der Wirtschaftspläne. Eine hohe Einschulungsquote kontrastiert mit sehr niedrigen Ausgaben für diesen Bereich; die Arbeitslosenrate lag 2012 bei 53% und 46% der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze.
BIP 2015: 8,34 Mrd. US-$; Auslandsverschuldung: 4,4 Mrd. US $ (2001), Wirtschaftswachstum (2016): 1,7%, Inflation: 2,3%; Exporte in der Höhe von 4,77 Mrd. US-$ standen 2016 Importen von 3,45 Mrd. US-$ gegenüber.