K O N G O- Brazzaville
République du Congo

Letzte Bearbeitung 14.11.1017

Republik Kongo, auf der Grundlage einer Präsidialverfassung von 2002. Die Revision von 2015 führte das Amt des Regierungschefs wieder ein, reduzierte die Amtszeit des Präsidenten und beschränkte die Wiederwahl auf drei Perioden; 2017 wurde die Abgeordnetenzahl der beiden Häuser erhöht.
Drei Bürgerkriege beendeten in den 1990er Jahren den Versuch, mittels einer nationalen Verfassungskonferenz zu demokratischen politischen Verhältnissen zu finden. Die Auseinandersetzungen brachten 1997 die – erneute – militärische Machtübernahme durch den früheren Staatschef Sassou-Nguessou.
Präsident: Denis SASSOU-NGUESSOU (zum 2. Mal seit 1997, zuletzt 2016 mit 60,4% wiedergewählt)
frühere Staatschefs: Fulbert YOULOU (1960-1963), Alphonse MASSAMBA-DEBAT (1963-1968), Marien NGOUABI (1968-1977), Yhombi OPANGO (1977-1979), Denis SASSOU-NGUESSOU (1979-1992), Pascal LISSOUBA (1992-1997)

Unabhängig seit 15.8.1960; Parlament mit zwei Kammern: Nationalversammlung (151 Abgeordnete) und Senat (72 Sitze) Bei Parlamentswahlen im Juli 2017 siegte der PCT (Parti Congolais du Travail, die frühere Einheitspartei) des Präsidenten mit 91 Mandaten vor der UPADS (Union panafricaine pour la démocratie sociale, P. Lissouba, 8 Sitze) und dem MCDDI (Mouvement congolais pour la démocratie et le développement intégral, 4 Sitze). Weitere 16 Parteien haben zwischen 1 und 3 Abgeordnete; 20 Mandate gingen an „unabhängige“ Kandidaten. Die Mitglieder des Senats werden von regionalen Kammern nominiert; Der PCT erreichte 2017 46 Sitze. Proteste, Gewalt und Wahlfälschungen (vor allem in Brazzaville) prägten die letzten Wahlen.

342.000 km2 gross; 4,95 Mio. Einwohner (2017). 66,2% der Bevölkerung lebt in Städten, vor allem in und um Brazzaville. Zuwachsrate: 2,11%.
Hauptstadt: Brazzaville (1,88 Mio. Ew. 2015)
Andere grosse Städte: Pointe-Noire (969.000 Ew. 2015) ist der Hafen des Landes - seine Bevölkerung hat sich durch die Flüchtlinge aus dem Norden in den letzten Jahren verdoppelt; Loubomo, N'Kayi, Mossendjo, Owando
Währung: Franc CFA; 100 F CFA = 0,15 € (1 FF) / 0,16 CHF

Offizielle Sprache: Französisch.
Landessprachen: Kikongo, Lingala, Kiteke, Mbochi, Echira etc. Etwa 95% der Bevölkerung sprechen Bantusprachen. Zur Kongo-Gruppe gehören Kikongo (48%), Teke 22%, Ngala (Mbochi etc.) 12%. Lingala erfüllt neben Varietäten des Kikongo (wie Kituba) die Funktion einer Verkehrssprache.

Wirtschaft: Die hohe Zahl der städtischen Bevölkerung macht die Versorgung mit Lebensmittel zu einem der wichtigsten Probleme der Wirtschaft. Seit der Unabhängigkeit stagniert jedoch die landwirtschaftliche Produktion sowohl bei Lebensmitteln für den lokalen Verbrauch als auch bei Exportprodukten. Verstaatlichung und forcierte Um- und Wiederansiedlung von Bauern wirkte sich eher hemmend auf die Produktion aus. Grundnahrungsmittel: Maniok. Für den Export werden Zucker, Kaffee, Kakao, Erdnüsse produziert.
Dominierend sind die Erdölproduktion (40% des BIP, 74% der Exporte und 38% der Staatseinnahmen in 2016), Holz, Pottasche; der Verfall der Ölpreise brachte das Land in eine Krisensituation, doch soll die Aufschliessung neuer Vorkommen und der Abbau von Eisenerze ab 2017 die Lage wieder verbessern. 31% des Bodens sind landwirtschaftlich nutzbar; über 65% sind Wald.
Die politische Krise ab Anfang der 1990er Jahre brachte eine rasche Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage. Staatseinnahmen wurden teilweise im Voraus für Kredite verpfändet. Verschuldung, hohe Kosten für den Wiederaufbau und die sozialen Kosten der Privatisierung, wie sie von den internationalen Gebern gefordert wurden, belasteten das Land weiter.
Trotz seiner zeitweiligen ideologisch-politischen Ausrichtung auf das sozialistische Lager blieben Frankreich und andere EU-Staaten, sowie die USA und Gabun wichtige Wirtschaftspartner. China ist heute nicht nur ein starker Handelspartner, sondern der wichtigste Kreditgeber und unterstützt den amtierenden Präsidenten gegen die nationale Opposition. Für die Nachbarländer ist der Kongo vor allem ein wichtiges Transitland. Da vor allem das Hinterland (Waldgebiet) unter der schlechten Infrastruktur leidet, war seine Entwicklung Schwerpunkt der Wirtschaftspläne. Eine hohe Einschulungsquote kontrastiert mit sehr niedrigen Ausgaben für diesen Bereich; die Arbeitslosenrate lag 2014 bei 36% und 46% der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze.
BIP 2016: 7,66 Mrd. US-$; die Wirtschaft schrumpfte um 2,8%, Auslandsverschuldung: 4,72 Mrd. US $ (gem. IWF ist der Kongo mit 120% des BIP verschuldet), Inflation: 4%; Exporte in der Höhe von 4,12 Mrd. US-$ standen Importen von 3,5 Mrd. US-$ gegenüber.