L E S O T H O (kolonial Basutoland)
Mmuso oa Lesotho / Kingdom of Lesotho

Letzte Bearbeitung 02.02.2017

Konstitutionelle Monarchie auf der Basis einer Verfassung aus 1993, 2001 novelliert.
Staatsoberhaupt: König Mohato Seeisa, genannt LETSIE III (seit 1996)
Sein Vater MOSHOESHOE II., Staatsoberhaupt der Monarchie seit der Unabhängigkeit, zeitweilig im Exil, starb 1996.
Prime Minister: Pakalitha MOSISILI (1998-2012, 2015 -)
Nach dem Sturz von Chief Leabua Jonathan (1966-1986) lag die Macht bei General Justin Lekhanya (1986-1991) und Gen.Major Elias Phitsoane Ramaema (1991-1993). Premierminister: Ntsu Mokhehle (1993-1994, 1994-1998), Hae Phoofolo (1994), Motsoahae Thomas THABANE (2012-2015)

Unabhängig seit 4.10.1966; kolonialer Name “Basutoland”.
Senat (22 Chiefs und 11 vom König auf Vorschlag des Staatsrates ernannte Mitglieder), Parlament 120 Sitze (80 in Direktwahl und 40 proportional). Die Wahlen von 2012 brachten eine Minderheitenkoalition in die Regierung; 2014 kam es zu einer Krise und einem versuchten Militärputsch. Bei den Wahlen im Februar 2015 gewann der DC (Democratic Congress, Pakalitha Mosisili) 47 Sitze, ABC (All Basotho Convention, Motsoahae Thomas Thabane) 46, LCD (Lesotho Congress for Democracy Mothetjoa Metsing) 12, BNP (Basotho National Party, Thesele Maseribane) 7, PFD (Popular Front for Democracy) 2, RCL (Reformed Congress of Lesotho) 2 und weitere 4 Parteien (darunter NIP, National Independent Party
und Marematlou Freedom Party) je 1 Sitz.
Die Regierung stellt eine Koalition aus DC, LCD und 5 Kleinparteien.

30.355 km2 gross; 1,94 Mio. Ew. (2016); Zuwachsrate 0,3%); 27,3% städtische Bevölkerung. Die AIDS-Rate für Erwachsene lag 2015 bei 22,73%. Starke Abwanderung (Arbeitsmigration).
Hauptstadt: Maseru (267.000 Ew. 2014).
Währung: (Ma)Loti (seit 1980): 100 LSL (= 100 Rand) = 6,93 € / 7,40 CHF

Offizielle Sprachen: Sesotho und Englisch

Wirtschaft: Nur 28% des gebirgigen Landes (1.400 bis 3.500m) sind als Anbauflächen nutzbar, knapp 60% sind Weideflächen. Ungerechte Bodenverteilung und Wanderarbeit tragen dazu bei, dass trotzdem Teile davon ungenützt bleiben. Erosion, Dürre und Raubbau vermindern die Erträge. Die Landwirtschaft kann mit ihrer Produktion den Lebensmittelbedarf der Bevölkerung nur zu 20% decken. Mais und Weizen nehmen die wichtigste Position bei den Importgütern ein.
BIP (2015) 1,8 Mrd. US-$, weitere Kennzahlen für 2016: Wirtschaftswachstum 2,4%; Exporte von 851 Mio. US-$ standen Importen von 1,68 Mrd. US-$ gegenüber; Inflation 8,3%; Auslandsschulden 998,8 Mio. US-$. Der grösste Teil des staatlichen Einkommens resultiert aus den Zahlungen der Southern Africa Customs Union (SACU (44%) und aus Entwicklungshilfe. Das 1986 mit Südafrika abgeschlossene Abkommen über die Nutzung des Wassers und der Wasserkraft versorgt durch den Ausbau grosser Speicherseen und Rohrleitungen südafrikanische Städte mit dringend benötigtem Wasser und trägt etwa 8,5% zum BNP bei.
Vieh und tierische Produkte (Häute, Wolle) sind die wesentlichen Exportgüter. Dazu produzieren mehrere neue Textilfabriken (im Besitz indischer bzw. taiwanesischer Unternehmen) für den nordamerikanischen Markt; bis 2002 entstanden so 44.000 Arbeitsplätze. 
Seit Mitte der 1990er Jahre ist die Zahl der Arbeitsmigranten in die südafrikanischen Minen auf die Hälfte zurückgegangen; dadurch stieg die Arbeitslosigkeit (45% in 2002, 28% in 2014) und die Transferzahlungen, von denen früher ein grosser Teil der Bevölkerung gelebt hat, fallen aus.
Die wirtschaftlichen Probleme sind neben der Abhängigkeit von Südafrika und der hohen Arbeitslosigkeit das Fehlen von wirtschaftlichen Ressourcen und eine extrem ungleiche Verteilung des Nationaleinkommens: 10% der Haushalte bekommen 44% des Nationaleinkommens, während sich die ärmsten 40% mit 8% des BNE zufrieden geben müssen (ILO). Über 57% der Bevölkerung lebten 2010 unter der Armutsgrenze.