M A L A W I
Republic of Malawi, Dziko la Malawi, kolonial: Nyasaland

letzte Bearbeitung 15.11.2017

Präsidialrepublik auf der Basis einer Verfassung von 1966, die 1995 durch die Zulassung eines Mehrparteiensystems an den politischen Trend angepasst wurde. In 30 Jahren einer uneingeschränkten Alleinregierung mit der Malawi Congress Party (MCP) als Einheitspartei erlaubte die Verfassung dem zuletzt 96jährigen Hastings BANDA durch Auswahl der Kandidaten und Ernennung von Abgeordneten und Ministern Parlament und Regierung nach eigenem Gutdünken zu besetzen. Mit Unterstützung des amtierenden Präsidenten Muluzi gewann Mutharika die Wahl von 2004, trat jedoch 2005 aus der United Democratic Front aus und gründete seine eigene Partei (Democratic Progressive Party). Nach seinem plötzlichen Tod folgte seine Vizepräsidentin Joyce Banda ad interim bis zu den Wahlen 2014. Der Präsident ist zugleich auch Regierungschef.
Präsident: Arthur Peter MUTHARIKA (2014-)
Früherer Staatschef: Dr. (Hastings) Kamuzu BANDA (1964-1994, ab 1966 Präsident, zuvor Premierminister), Elson Bakili MULUZI (1994-2004), Bingu wa MUTHARIKA (2004-2012), Joyce BANDA (2012-2014 ad interim)

Unabhängig seit 6.7.1964; bei den Wahlen im Mai 2014 erzielte die DPP (Democratic Progressive Party, Peter Mutharika) mit 50 von 193 Abgeordneten ein bescheidenes Resultat verglichen mit den vorangehenden Wahlen; die MCP (Malawi Congress Party, Lazurus Chakwera) folgte mit 48 Sitzen; PP (People’s Party, Joyce Banda) 26; UDF (United Democratic Front, ) 14; zwei weitere Parteien je 1; die grösste Gruppe stellen Parteifreie („independents“) mit 52 Sitzen.

118.484 km2 gross (davon etwa 24.200 km2 Wasserfläche); knapp 19,2 Mio. Einwohner (2017), davon 83% ländliche Bevölkerung. Zuwachsrate 3,31%; sehr starke Ungleichverteilung: Im Norden nur etwa 12% der Gesamtbevölkerung, im Süden etwa 50%. Mehr als 9% der erwachsenen Bevölkerung haben AIDS (2016).
Hauptstadt: Lilongwe (seit 1.1.1975, 905.000 Ew., 2015); Blantyre-Limbe (808.000 Ew., 2015) war lange die grösste Stadt des Landes.
Währung: Malawi Kwacha (1 K = 100 Tambala); 1.000 MWK = 1,16 € / 1,35 CHF

Offizielle Sprache: Englisch. Unter Hastings Banda wurde Chewa gefördert. Jetzt finden dazu auch Yao und Tumbuka wieder Verwendung als Nationalsprachen. Bedeutendste Bevölkerungsgruppen: Chewa (35,1%), Lomwe (18,9%), Yao (13,1%), Ngoni (12%), Tumbuka (9,4%), Sena, Tonga; dazu: Inder (1977: rd. 5.700), Europäer (1977: rd. 6.400)

Wirtschaft: Vorwiegend auf landwirtschaftliche Produktion ausgerichtet: Über 38% des Bodens ist für Pflanzenbau nutzbar – Mais, Reis, Erdnuss, Tabak, Zucker, Weizen, Baumwolle und Tee. Das bedeutendste Ausfuhrprodukt ist Tabak (über 50% der Ausfuhrwerte). Die Exporte (2013: 1,42 Mrd. US-$) decken nur etwa 60% der Importkosten (2013: 2,42 Mrd. US-$). Knapp 20% sind Weideflächen.
Die Arbeitsmigration nach Südafrika, Rhodesien/Zimbabwe und Zambia, früher höher als die Zahl der Beschäftigten im Land selbst, hat seit Mitte der 1970er Jahre praktisch aufgehört; 80% der Beschäftigten sind im landwirtschaftlichen Bereich tätig; knapp 53% leben unter der Armutsgrenze (2004).
Malawi ist wirtschaftlich eng an Südafrika gebunden und braucht ausgiebige finanzielle Unterstützung durch internationale Organisationen und westliche Industriestaaten bzw. Südafrika. 2016 betrug das BIP 5,49 Mrd. US-$; Wirtschaftswachstum 2,3%. Entwicklungshilfe finanziert ca. 40% des staatlichen Haushalts; verschiedene Geber (Dänemark, Deutschland) reagierten allerdings mit einem Stopp der Überweisungen auf Korruption und mangelnde Disziplin der Finanzverwaltung.
Die Inflation von 21,7% (2016), die defizitäre Handelsbilanz und die Auslandsverschuldung von knapp 2 Mrd. US $ (2016) kennzeichnen eine Wirtschaft in der Abhängigkeit, die vor allem in Krisenzeiten keine Kapazität für Problemlösungen bereitstellen kann.. Mitte 2005 musste die Regierung um Nahrungsmittelhilfe ersuchen, da Überschwemmungen in einem Teil des Landes die Ernte vernichtet hatten; 2016 war die Hälfte der Bevölkerung aufgrund von Dürre auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen und 14,3 Mio (75%) lebten unterhalb der Armutsgrenze von 2 US-$ / Tag – UNDP hingegen kommt zu einer weit geringeren Zahl (und erzeugt damit einen „Erfolgsbeleg“ der globalen Armutskampagne).