M A Y O T T E (Maoré/Mahoré)

letzte Bearbeitung 09.02.2017

Département d'outre-mer (DOM) (und  zugleich région d’outre-mer bzw. région ultrapériphérique der EU) auf Basis der französischen Verfassung von 1946 in der Formulierung von 1958. 1977 erhielt Mayotte einen Status vergleichbar einer collectivité départementale und wurde ab 2004 von einem Präfekten geführt, dem ein conseil général beigestellt war.
Nach einem Referendum (95,2% Zustimmung) im März 2009 wurde Mayotte am 31. März 2011 das 101. französische Departement; als „région ultrapériphérique française“ seit 1.1.2014 integraler Teil der EU
Regierungschef (Präsident des Conseil Général):
Soibahadine Ibrahim RAMADANI (UMP, 2015-); frühere: Daniel ZAÏDANI (2011-2015);

Der Conseil General (zugleich Conseil régional) – ab den Wahlen 2015  Conseil départemental – hat 26 Mitglieder; ein Teil der Ratsmitglieder ist amtsführend für bestimmte Bereiche. Zusammensetzung des CG: UMP (Union pour un mouvement populaire) 10 Sitze, DVD (Divers Droite) 8, DVG (Divers Gauche) 4 Sitze und UDI (Union des démocrates et indépendants) 4 Sitze.
MDM (Mouvement Départementaliste Mahorais, Daniel Zaïdani) ist Teil von DVG, MPM (Mouvement populaire mahorais
, 1963 durch den Senator Marcel Henry gegründet, setzte sich immer für Mayottes Statut als Departement ein)
In Paris wird Mayotte seit 2011 durch zwei Senatoren und seit 2012 auch durch zwei Abgeordnete vertreten.

376 km² gross, besteht aus den zwei Hauptinseln  Grande-Terre und Petite-Terre sowie mehreren kleineren Inseln (darunter Mtsamboro, Mbousi und Bandrélé); 235.000 Einwohner (2016), davon 84.600 ausländische Zuwanderer (vor allem von den Komoren); andererseits gibt es eine starke Abwanderung vor allem junger Menschen – 2011 lebten 37.000 in Frankreich und 30.000 auf Réunion; Zuwachsrate: 2,7%; Mit 570 Personen pro km2 ist Mayotte nach der Ile de France das am dichtesten besiedelte Departement Frankreichs.
Hauptstadt: Dzaoudzi (de jure), doch Mamoudzou (57.200, 2012) de facto
Währung: Euro €

Offizielle Sprache: Französisch (das ein gutes Drittel der Bevölkerung nicht beherrscht); die Bevölkerung verständigt sich vor allem in einer Varietät des Komorischen, ShiMaore;  ShiBushi (eine Varietät des Madegassischen) ist eine Minderheitssprache.

Wirtschaft: Etwa ein Drittel der Bevölkerung ist in der Landwirtschaft tätig; produziert werden vor allem Nahrungsmittel für den lokalen Verbrauch (Reis, Maniok, Banane, Früchte, Gemüse). Obgleich 55% der Fläche landwirtschaftlich nutzbar sind, wird nur etwa 1/3 tatsächlich für Nahrungsmittelproduktion und Exportkulturen genützt.
Seit 2002 haben sich die Produktionsflächen für Vanille, Ylang-ylang (75% der Exporte), Nelken und Zitronengras um 60% verringert; 45% der Beschäftigten haben Arbeit im Dienstleistungssektor. Fischfang und vor allem Fischzucht bekommen zunehmend Bedeutung, auch für den Export. Der Export brachte 2015 nur eine Deckung der Importe im Umfang von 2,4%; nahezu die Hälfte des Handels wird mit Frankreich abgewickelt.
Hohe Arbeitslosigkeit (offiziell 23,6% in 2015, doch beträgt die Zahl der Arbeitssuchenden deutlich mehr) und die massive Immigration lösten 1016 Streiks und Unruhen aus; das Pro-Kopf-Einkommen auf Mayotte beträgt nur wenig mehr als 25% des Wertes in Frankreich. Inflation 0,9% (2014), BIP (2012) 1,7 Mrd. €
Der Tourismus ist noch wenig bedeutend – 2014 besuchte 50.500 Touristen Mayotte, vor allem aus Frankreich und Réunion.
Eine Bewertung nach den Kriterien des HDI würde Mayotte den Platz 70 in der Liste der Staaten zuordnen. Entwicklungsprojekte können nicht zuletzt die Mittel der EU-Regionalentwicklung nützen.