M O Ç A M B I Q U E (MZ)
República de Moçambique

letzte Bearbeitung 16.11.2017

Präsidialrepublik auf der Basis einer Verfassung von 2004, 2007 novelliert.
Seit 1991 entstanden neben der früheren Einheitspartei FRELIMO (Frente da Libertação de Moçambique) zahlreiche neue Parteien. Der Bürgerkriegsgegner RENAMO (Resistencia Nacional Moçambicana, Afonso Dhlakama) wurde nach dem Friedensabkommen von Rom 1992 zum stärksten politischen Konkurrenten. Bei den Präsidentenwahlen im 2004 und 2009 konnte sich Dhlakama jeweils nicht gegen den Kandidaten der FRELIMO durchsetzen.
Präsident: Filipe NYUSI (2014 - )
frühere Staatschefs: Samora MACHEL (1975-1986) Joaquim Alberto CHISSANO (1986-2004), Armando GUEBUZA (2004 - 2014)

Unabhängig seit 25.6.1975. In den Wahlen vom Oktober 2014 verlor FRELIMO gegenüber den vorangehenden Wahlen fast ein Viertel der Mandate, behielt mit 144 von 250 Sitzen dennoch die absolute Mehrheit; RENAMO sicherte sich 89 Mandate und MDM (Movimento Democrático de Moçambique, eine Abspaltung von RENAMO, Daviz Simango) erhielt 17 Sitze. RENAMO weigerte sich das Ergebnis zu akzeptieren, nahm jedoch von bewaffneten Auseinandersetzungen Abstand.

799.380 km2 gross; 26,57 Mio. Einwohner (2017); Zuwachsrate 2,46%, 32,8% städtische Bevölkerung; über 12% der erwachsenen Bevölkerung haben AIDS.
Hauptstadt: Maputo (ex-Lourenço Marques, 1,2 Mio. Ew. 2015)
andere grössere Städte: Matola, Beira, Inhambane, Quelimane, Nampula, Chimoio.
Währung: Metical, Pl. Meticais, 1.000 MZM = 1 MZN (Neuer Metical); 100 MZN = 1,37 € / 1,60 CHF

Offizielle Sprache: Portugiesisch. Weitere Landessprachen: Etwa 20 Bantusprachen, davon Makua, Makonde, Lomwe, Shona, Tonga, Tsonga u.a. Von den nichtafrikanischen Bevölkerungsgruppen (Europäer, Inder) blieben nach der Unabhängigkeit nur eine kleine Zahl.

Wirtschaft: vorwiegend landwirtschaftlich ausgerichtet. Neben dem Bereich der Eigenversorgung (Mais, Maniok, Hirse, Bananen, etc.) wird für den Export produziert: Cashewnüsse, Zucker, Baumwolle, Kopra, Tee, Holz und Sisal. 56,3% der Fläche sind landwirtschaftlich nutzbar, zum grossen Teil als Weideflächen geeignet. Aluminium nimmt eine wachsende Bedeutung bei den Ausfuhren ein, dochliegt die Kontrolle über die Aluminiumschmelze völlig in fremder Hand (BHP Billiton / Australien, Mitsubishi, Südafrika).
Die Infrastruktur, die das Land aus der Kolonialzeit übernommen hat, ist für die einzelnen Regionen sehr ungleich ausgebaut und in den Bedürfnissen stark auf die angrenzenden Binnenländer bzw. auf Südafrika ausgerichtet. Moçambique ist auf die Zusammenarbeit mit Südafrika angewiesen, auf den Export von Energie (Cabora Bassa), auf Einkünfte aus dem Transitverkehr und den Rückfluss von Löhnen der Wanderarbeiter. Die regionale wirtschaftliche und politische Entwicklung hat diese Zusammenarbeit in den letzten Jahren deutlich verstärkt und M. setzt auf einen weiteren Ausbau der Stromproduktion und des Energieexports.
Das wirtschaftliche "Erholungsprogramm" des IMF und der internationalen Gebergemeinschaft brachte dem Land nach dem Ende des Bürgerkriegs (1992) nicht nur die neoliberalen Rezepte wie "Privatisierung", "weniger Staat", „Abwertung“, sondern auch koordinierte Entwicklungsprogramme in zahlreichen Sektoren
. 2005 erhielt das Land rd. 900 Mio. US-$ an Entwicklungsgeldern (davon 300 Mio. als Budgethilfe); die Staatsausgaben betrugen in diesem Jahr insgesamt etwa 1,93 Mrd. US-$.
Die Überschwemmungskatastrophe des Jahres 2000 hat die Entwicklungsbemühungen stark zurückgeworfen. Die Bevölkerung musste auch weiterhin Katastrophen (wie Dürre oder Überschwemmungen) verkraften; mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze.
Nach dem Krisenjahr 2000 setzte ein starkes Wirtschaftswachstum ein, mit Zuwächsen zwischen 6 und 8%; zuletzt erlebte das Land aber wieder eine deutliche Verschlechterung. Die Preise für Aluminium und Kohle reduzierten sich um 18 bzw. 12%, El Nino verursachte erneut Dürre, und der Kampf gegen RENAMO entzog dem Staat finanzielle Mittel.
Kennzahlen für 2016: BIP 11,27 Mrd. US-$; Wirtschaftswachstum 3,8%, Inflationsrate 19,2%. Die Handelsbilanz ist stark defizitär: 2016 standen Exporte im Wert von 3,32 Mrd. US-$ Importen von 4,73 Mrd. gegenüber. Entschuldungsinitiativen verringerten die Auslandsverschuldung deutlich, doch sie betrug 2016 erneut 10,48 Mrd. US-$.