N A M I B I A (NA)

Republic of Namibia, kolonial: Süd-West Afrika, South-West Africa

letzte Bearbeitung 09.02.2017

Präsidialrepublik auf der Basis einer Verfassung von 1990, zuletzt 2014 novelliert. Die SWAPO (South West African Peoples Organisation) führte bis 1989 einen Widerstandskampf gegen die widerrechtlich fortgesetzte Verwaltung des Landes durch Südafrika - ursprünglich aufgrund eines UNO-Mandates; SWAPO ist heute Regierungspartei und stellt den Präsidenten. Der Präsident ist auch Regierungschef.
Präsident: Hage GEINGOB (seit 2015)
früherer Staatschef: Sam Safishuna (Daniel) NUJOMA (1990-2005), Hifikepunye POHAMBA  
(2005-2015)

Unabhängig seit 21.3.1990. Bei den Wahlen für die erste Kammer (National Assembley, 104 Abgeordnete) im November 2014 bekam SWAPO 77 der direkt gewählten 96 Sitze. Die Opposition bilden: DTA (Democratic Turnhalle Alliance, McHenry Venaani) 5 Sitze, RDP (Rally for Democracy and Progress,) 3; je 2 Sitze gingen an United Democratic Front (UDF), National Unity Democratic Organisation (NUDO), All People's Party (APP) und Workers Revolutionary Party (WRP); je 1 Sitz an drei weitere Parteien. Acht weitere Parlamentsabgeordneten werden vom Präsidenten ernannt. In den National Council entsenden die 13 Regional Councils je 2 Vertreter: 24 der 26 Sitze hält SWAPO, 1 die DTA und 1 die UDF (letzte Regionalwahlen 2010).

824.292 km2 gross, 2,43 Mio. Ew. (2016); davon rund 6% “Weisse”, Bevölkerungswachstum: 1,98% (2016); 46,7% städtische Bevölkerung. Der Anteil der mit AIDS lebenden erwachsenen Bevölkerung beträgt 13,34%.
Hauptstadt: Windhoek (368.000 Ew. 2015)
Währung: Namibia-Dollar (gebunden an den SA Rand). 100 NAD = 6,99 € / 7,46 CHF

Offizielle Sprachen: Englisch, Afrikaans, Deutsch. Afrikaans ist Erstsprache von etwa 10% der Bevölkerung und eine weit verbreitete Verkehrssprache. Afrikanische Sprachen (Verwendung z.T. in den Medien und im Unterricht): Bantusprachen: Kwanyama, Ndonga, Herero, Kwangali etc. Khoi-sansprachen: Nama, Dama und verschiedene Sansprachen. Sprecher von Bantusprachen machen über drtei Viertel der Bevölkerung aus (rund 50% gehören zu den verschiedenen Gruppen der Ovambo).

Wirtschaft: Die Subsistenzwirtschaft der afrikanischen Bevölkerung (Viehzucht, wenig Ackerbau) repräsentiert nur 3 % der gesamten nationalen Produktion. 50% des benötigten Getreides muss importiert werden. Südafrika hat in der langen Zeit der Mandatsverwaltung Namibia wie eine Kolonie in die eigene Wirtschaft eingebunden. Das Land produziert in erster Linie Rohstoffe für den Export und ist in vielen Dingen vom Import aus der benachbarten "Metropole" abhängig. 30% bis 40% des staatlichen Einkommens resultiert aus den Eingängen der Südafrikanischen Zollunion (SACU).
Der Minensektor dominiert die Wirtschaft; Diamanten - 1/3 der Exporte –, Kupfer, Blei, Silber, Zink, Nickel und Uran erbringen rd. 50% der Exporterlöse. Der Abbau erfolgt durch Unternehmen in ausländischem Besitz. Der Rückgang im Bergbau führte zu einer steigenden Arbeitslosigkeit - 30% bis 40% unter Berücksichtigung versteckter Arbeitslosigkeit. Das nationale Durchschnittseinkommen liegt zwar deutlich über dem afrikanischen Durchschnitt, doch ist die Verteilung sehr ungleich: knapp 29% der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze.
Von der billigen Arbeitskraft profitiert auch die kommerzielle Viehproduktion und Viehverarbeitung, die Lebendvieh und Fleisch für den südafrikanischen Markt und Karakulfelle vor allem für BRD und Italien produziert (20% der Exporte); 46% der Fläche sind Weideland, nur 1% ist für Pflanzenbau nutzbar. Als dritter Wirtschaftszweig liefert die Fischerei knapp 10% der Exporte.
BIP (2015) 10,18 Mrd. US-$; Schlüsseldaten für 2016: Wirtschaftswachstum 4,2% Inflation 6,8%, Auslandsverschuldung 6,51 Mrd. US-$; deutliches Handelsbilanzdefizit – Importe im Wert von 6,88 Mrd. US-$ standen Exporte von nur 4,18 Mrd. US-$ gegenüber.
Das Defizit der Bilanz wird u.a. durch Tourismus und Entwicklungshilfe abgedeckt.