L A  R E U N I O N

letzte Bearbeitung 10.02.2017

Als Département d'outre mer (DOM) mit dem Status einer Region („Région française monodépartementale“) Bestandteil der französischen Republik; seit 1997 eine der sieben regions ultrapéripheriques der EU. Die Zentralregierung bzw. der französische Präsident werden durch einen Präfekten (Dominique Sorain, seit 2014) repräsentiert. Die Präsidentin des Conseil Général Départementale (Nassimah Dindar, Union des Démocrates et Indépendants – UDI, seit 2004, zuletzt 2015 wiedergewählt) fungiert zusammen mit einem ständigen Komitee als Chef der regionalen Exekutive.

Réunion ist in Paris durch 7 Abgeordnete in der Nationalversammlung und 4 Senatoren vertreten und hat 1 Vertreter im Europaparlament. Zur Behandlung lokaler Angelegenheiten sind ein Conseil Général (49 Mitglieder), bzw. der  Conseil Régional, (Präsident Didier Robert, 2015 wiedergewählt) mit 45 Abgeordneten eingerichtet. Ergebnisse der Regionalwahlen 2015: LUD (Union de la Droite, Didier Robert) 29 Sitze, LDVG (Liste Divers Gauche, Huguette Bello) 16 Sitze.

2.504 km2 gross; 843.500 Einwohner (2015), etwa 65% wohnen in Städten mit über 40.000 Ew. Zuwachsrate 1,38%. Trotz einer massiven Emigration vor allem nach Frankreich – 1999 lebten nach offizieller Angabe knapp 95.000 Réunionnais in Frankreich – ist die Arbeitlosenrate sehr hoch.
Hauptstadt: St. Denis (145.000 Ew. 2012)
Währung: € / Euro

Offizielle Sprache: Französisch. Das Creole von Réunion ist zumindest im informellen Bereich dominierend.
Die Bevölkerung ist nach ökonomischen Kriterien, die überlagert von Herkunftsmerkmalen sind, gegliedert: Eine weisse bzw. kreolische Oberschicht, die Wirtschaft, Politik und Verwaltung dominiert und die Masse der unterprivilegierten "petit blancs" bzw. Kreolen, die als Kleinbauern, Taglöhner, Arbeiter oder Arbeitslose eine sehr schwierige Existenz haben. Die Mittelschicht dazwischen ist relativ rezent und klein. Ihrer Herkunft nach sind 30% Europäer, 37% Kreolen oder Afrikaner, 24% Hindus, 5% asiatische Moslems und 4% Chinesen.

Wirtschaft: Ursprünglich dominiert durch die Zuckerproduktion, doch wurde inzwischen der Tourismus der wichtigste Wirtschaftszweig. Der Handel ist der grösste Wirtschaftssektor und Arbeitgeber. Réunion profitiert nicht zuletzt vom Weiterverkauf gebrauchter Waren aus der Metropole an Nachbarländer.
2010 nahm die Zuckerproduktion mehr als die Hälfte der landwirtschaftlich genutzten Fläche ein;  
2/3 des Zuckers wird in Grosspflanzungen aufgebracht. Zucker macht 23% der Exporte aus; 22% der Exportwerte stammen aus Fischfang und –verarbeitung. Dazu kommen Rum (6%), Vanille und Duftstoffe. Praktisch alle Produktions- und viele Konsumgüter müssen importiert werden, auch der grösste Teil der Nahrungsmittel. Die Einfuhren können aber nur zu geringen Teilen durch die Ausfuhrerlöse bezahlt werden. 2015 standen Importe im Wert von 4,7 Mrd. € Exporten von 322 Mio. € gegenüber. 1914 wuchs das BIP um 3,1%, 2015 um 2,8%, was auf höhere Ausgaben des Staates, ein Anwachsen des Tourismus und zunehmenden Konsum der privaten Haushalte zurückgeführt wurde.
Gut 2/3 des BIP entfallen auf Dienstleistungen, bedingt durch die hohe Zahl der Staatsbediensteten und die rund 3.000 Mann französischer Truppen, die auf der Insel stationiert sind; 20% der Arbeitsplätze gehören zum öffentlichen Dienst. Die Zahl der Touristen nahm zuletzt wieder zu; 2015 waren es 426.500. Hohe Inflation und Arbeitslosigkeit (2014 waren es 26,8% - verglichen mit 9,9% in Frankreich) bestimmen das Leben der breiten Masse. 3/4 der Bevölkerung sind Empfänger von Subventionen oder Sozialhilfe.
Der dominierende Wirtschaftspartner ist das “Mutterland” vor Deutschland bzw. Spanien.