W E S T S A H A R A
al-Jumhuriyya ash-Sahrawiyya ad-Dimuqratiyya al-Arabiyya, Demokratische arabische Republik Sahara

letzte Bearbeitung 27.12.2017

Die ehemalige spanische Kolonie mit den Provinzen Saguiat el-Hamra und Rio de Oro (südlicher Teil) steht einerseits unter marokkanischer Verwaltung, aufgeteilt in Provinzen entsprechend dem marokkanischen Verwaltungssystem, anderseits wird es von einem Teil seiner Bevölkerung als Gebiet eines selbständigen Staates reklamiert, dessen Regierung im Exil in Algerien ist: Die Demokratische Arabische Republik Sahara.
Während Marokko sich durch den Bau einer grossen Befestigungsanlage gegen die Angriffe der Befreiungsarmee ziemlich erfolgreich, aber auch kostspielig, verteidigte, erhielt hat die Regierung der DARS (engl.: SADR, franz.: RASD) diplomatisch weite Anerkennung. Politisch wird die Republik Sahara durch eine Befreiungsfront repräsentiert: F. POLISARIO, Frente Popular para la Liberación de Saguia el Hamra y Río de Oro (Volksfront zur Befreiung von Saguia el Hamra und Rio de Oro).
Generalsekretär der Polisario / Präsident der DARS: Mohamed ABDEL AZIZ (1982 bis zu seinem Tod 2016), Brahim GHALI (seit 2016)

27.2.1976: Ausrufung der Unabhängigkeit durch die Exilregierung mit Sitz in Rabouni (Tindouf) / Algerien. 1995 wurden 101 Mitglieder der Polisario in ein Exilparlament gewählt.  Die faktische Anerkennung der Republik durch die OAE im Jahr 1982 führte zu heftigen Konflikten innerhalb der Organisation und schliesslich zu einem Rückzug Marokkos aus der Organisation der afrikanischen Einheit. Nachdem eine Verständigung unter den Maghrebstaaten in den letzten Jahren zu einer Beruhigung geführt hatte, verringerte sich die Unterstützung für die Regierung in Tindouf zunehmend. Im April 2017 verlängerte die UNO erneut das Mandat der United Nations Mission for the Referendum in Western Sahara (Mission des Nations Unies pour l’organisation d’un référendum au Sahara occidental - MINURSO) bis April 2018, obgleich die Chancen für ein Referendum immer geringer werden.

266.000 km2 gross. Über die Einwohnerzahl (bzw. die Zahl der Sahrauis insgesamt) gibt es stark unterschiedliche Angaben; CIA World Factbook schätzt für 2017 die Zahl von 603.000; Zuwachsrate 2,7; aufgrund der marokkanischen Sicherheitspolitik wohnt die Mehrheit der Bevölkerung in Städten (über 81% in 2017). Hauptstadt der Westsahara: Laayoun (El Aiun) mit 262.000 Ew. (2014).
Die Zahl der exilierten Sahrauis beträgt  zwischen 30.000 und 160.000. Etwa 90.000 davon leben gem. UNHCR in Lagern rund um Rabouni (nahe Tindouf in Algerien), von dort migrierte eine grössere Zahl in die EU, insbesondere Spanien und Italien.
Währung: Marokkanische Dirham, 100 MAD = 8,9 €/ 10,45 CHF

Sprache: Arabisch; neben Standard, werden lokale Varianten gesprochen (Hassaniya); aufgrund der Zuwanderung aus Marokko auch Berbersprachen.

Wirtschaft: Von Bedeutung sind in erster Linie die grossen Phosphatvorkommen von Bou Craa, die derzeit Marokko nutzt. Weitere Bodenschätze: Eisenerz, Kupfer. 2001 gab es intensive Verhandlungen über die Nutzung von offshore Vorkommen von Erdöl, das jedoch unbedeutend bleibt . Genaue Zahlen sind nicht erhältlich, weil Marokko die Daten in seine eigene nationale Statistik integriert. Nur ein kleiner Teil des Landes, etwa 50.000 Hektar im Küstenbereich, ist landwirtschaftlich nutzbar. Betreffend die Nutzung der Fischvorkommen schloss Marokko 2013 einen vierjährigen Vertrag mit der EU.