S A O  T O M E  ET  P R I N C I P E 
República Democrática de São Tomé e Príncipe

letzte Bearbeitung 15.02.1017

Demokratische Republik auf der Basis einer Verfassung von 1990, die ein Mehrparteiensystem einführte, zuletzt 2003 novelliert.
Präsident: Evaristo do Espirito Santo CARVALHO (seit 2016)
Regierungschef: Amanhã Patrice TROVOADA (2010-2012, 2014 - )
frühere Präsidenten: Manuel Pinto da Costa (1975-1991, 2011-2016) Miguel (dos Anjos da Cunha Lisboa) Trovoada (1991-2001), Fradique de Menezes (2001-2011) Maj. Fernando Pereira (2003, Militärputsch)

Unabhängig seit 12.7.1975.
In den Parlamentswahlen im Oktober 2014 gewann die ADI (Acção Democrática Independente, Patrice Trovoada) 33 der 55 Sitze in der Nationalversammlung. Die frühere Befreiungsbewegung und Einheitspartei MLSTP-PSD (Movimento de Libertação de São Tomé e Príncipe-Partido Social Democrata, Aurélio Martins) bekam 16 Sitze. PCD (Partido de Covergência Democrática-Grupo de Reflexão) blieb mit 5 Mandaten weit hinter den beiden anderen zurück. Nur 1 Sitz ging an die Partei des früheren Regierungschefs Gabriel Costa União da Democracia e Desenvolvimento (UDD).

1.001 km2 gross; (CIA 964)  197.500 Einwohner (2016); das Land besteht aus zwei grösseren und mehreren ganz kleinen Inseln. São Tomé (854 km2) ist die grösste davon und wird von der Mehrheit der Bevölkerung bewohnt. Auf Príncipe leben nur rund 6.000 Einwohner. Bevölkerungszuwachs: 1,78% (2016). 65% städtische Bevölkerung (2015). Es gibt eine starke Abwanderungstendenz.
Hauptstadt: São Tomé (rund 71.000 Ew. in 2014)
Währung: Dobra, 10.000 STD = 0,40 € / 0,43 CHF.

Offizielle Sprache: Portugiesisch; in der Alltagskommunikation dominieren verschiedene Kreolsprachen: Forro oder Sãotomense (81,7%), Angolar oder Ngola, Principense, dazu kapverdische Varietäten (8,5%). Nachfahren afrikanischer und europäischer Einwanderer bilden den Kern der Bevölkerung, dazu kamen im 20. Jahrhundert grosse Gruppen von Arbeitsmigranten. Zuletzt stammte die überwiegende Zahl der Kontraktarbeiter von Kap Verde (1975 rund 10.000).

Wirtschaft: Der Export wird durch Kakao dominiert (70 bis 90%), daneben Kopra, Palmkerne und Bananen. Für den lokalen Konsum werden Mais, Bohnen, Brotfrucht produziert. Über 50% des Bodens sind landwirtschaftlich nutzbar, davon entfallen 4/5 auf  Plantagen (Kakao, Palmen)
Seit der Unabhängigkeit wurden die meisten Latifundien verstaatlicht, ohne Entschädigung für die früheren Besitzer (meist Portugiesen). 70% der roças werden heute durch 15 staatliche Gesellschaften verwaltet. Als Folge einer Überalterung der Kulturen und der Emigration des grössten Teils der fremden Verwalter und Facharbeiter ging die Produktion stark zurück, sie zeigt jedoch seit den frühen 1980er Jahren als Folge eines Rehabilitationsprojektes mit ausländischer Finanzierung wieder einen Aufwärtstrend. Weitere Entwicklungsprojekte betreffen Reis, Fischerei und Tierhaltung. Eine Verbesserung der Infrastruktur (Hafenanlagen, Flugverkehr) soll nicht nur die Voraussetzungen für den Handel verbessern, sondern auch der Förderung des Tourismus dienen. Das Interesse vor allem US-amerikanischer Firmen an den Ölvorkommen (Tiefsee) hat sich intensiviert. STeP plant eine gemeinsame Förderung (60 zu 40) mit Nigeria.
Alles in allem haben die Strukturanpassungsmassnahmen der Weltbank keine grossen Erfolge erzielt. Aufgrund der Entlassungen von Staatsbediensteten werden sie von der Bevölkerung jedoch deutlich schmerzhaft verspürt. Als Folge der Strukturanpassung kam es auch zu einer Verteuerung der Energie und zur Abwertung des Dobra. Im Jänner 2001 beschlossen Weltbank und IWF, dem Land etwa 83% seiner Schulden zu erlassen; als Begründung wurden Fortschritte in der Wirtschaftsreform genannt - Steigerung des Wirtschaftswachstums auf 4% (2002) und Reduktion der Inflation auf 9% (2002) -  doch musste das Land noch weitere Bedingungen erfüllen - zufriedenstellende Umsetzung der vorgeschriebenen makro-ökonomischen Massnahmen, bessere Kontrolle der öffentlichen Ausgaben und Bau von Schulen und Gesundheitszentren -, um in den Genuss des Schuldenerlasses zu kommen. 2005 unterzeichnete die Regierung erneut ein Hilfsprogramm des IWF.
PIB (2015): 351 Mio. US-$. Wirtschaftliche Kennzahlen aus 2016: Wirtschaftswachstum 4%, Inflation 5,1%, Exporte 11 Mio. US-$, Importe im Umfang von 116,8 Mio. US-$, Auslandsverschuldung 236,5 Mio. US-$.
2016 lebten über 62% der Bevölkerung unter der Armutsgrenze (Weltbank).