S E N E G A L
République du Sénégal

letzte Bearbeitung 15.02.2017

Republik auf der Basis einer Präsidialverfassung von 2001, zuletzt 2016 novelliert.
Präsident: Macky SALL (2012-)
Regierungschef:
Mohammed Boun Abdallah DIONNE
früherer Präsident: Léopold Sedar SENGHOR (1961-1981), Abdou DIOUF (1981-2000), Abdoulaye WADE (2000-2012)

Unabhängig: seit 20.6.1960 (als Teilstaat im Rahmen der Föderation Mali), seit 20.8.1960 als eigener Staat. In den Wahlen von 1912 erzielte die Parteiengruppe des Präsidenten (Benno Bokk Yakaar, „In Hoffnung vereint“) 119 der 150 Sitze des Parlaments. Der PDS von Abdoulaye Wade (Parti Démocratique Sénégalais) erhielt nur 12 Sitze, vor Bokk gis gis (einer Abspaltung des PDS) und Bes Du Ñakk (Mouvement citoyen pour la refondation nationale) mit je 4. Die übrigen Mandate gingen an 9 Kleinparteien.

196.722 km2 gross, wobei das Staatsgebiet durch die Enklave Gambia weitgehend in zwei Teile zerschnitten wird. 14.32 Mio. Einwohner (2016); 56% ländliche Bevölkerung, Zuwachsrate 2,42%.
Hauptstadt: Dakar (3,5 Mio. Ew., 2015) Andere grosse Städte: Thies, Kaolack, Saint-Louis. Ziginchor, Diourbel.
Währung: Franc CFA, 100 F CFA = 1 FF / 0,15 Euro / 0,16 CHF

Offizielle Sprache: Französisch; Nationalsprachen: Wolof (43,3%), Poular (oder Ful, 23,8%), Serer (14,7%), Diola (3,7%), Mande (4%). Wolof fungiert als Verkehrssprache für die Mehrheit der Einheimischen. Die Bevölkerung ist zu mehr als 95% islamisch.

Wirtschaft: Senegals Wirtschaft ist heute immer noch von der Erdnusskultur dominiert, obschon der Anteil dieses Produkts am gesamten Export seit 1960 von 80% auf unter 50% zurückgegangen ist. Weitere Exporte sind Fisch, Baumwolle und Phosphat.
46,8% des Bodens sind landwirtschaftlich nutzbar, davon ca 2/3 als Weideland. Dürre, Verarmung des Bodens, schwankende Weltmarktpreise, zu geringe Anbaukapazität für Nahrungsmittel (fehlende Bodenflächen und Arbeitszeit) kennzeichnen diese Erdnussmonokultur und bringen die politische Führung des Landes immer wieder in Probleme, für die sie nur mit Unterstützung der Industrieländer, um den Preis steigender Abhängigkeit, Lösungen finden kann. Obwohl Senegal einer der ersten afrikanischen Staaten war, der ein Strukturanpassungsabkommen unterzeichnete, sind aus politischen Gründen die damit verbundenen Änderungen nur langsam realisiert worden, haben aber – zumindest aus der Sicht der Bretton-Woods-Institutionen –durchaus Erfolg gehabt. Im Rahmen einer HIPC-Initiative wurden dem Land zuletzt 2/3 seiner Schulden erlassen.
BIP (2015): 14,87 Mrd. US-$. Das Wirtschaftswachstum betrug 2016 6,6%, die Inflation 1,6%. 46% der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze (2011) und vor allem in den Städten ist die Arbeitslosigkeit sehr hoch (48%).
Die Entwicklung einer Industrie, einer modernen Infrastruktur und auch des Tourismus haben Dakar und sein unmittelbares Hinterland in eine bevorzugte Position gebracht. Die Beseitigung der Schutzmassnahmen im Rahmen der Strukturanpassung hat jedoch der industriellen Produktion sehr stark geschadet. Als Folge der Benachteiligung des übrigen Landes ergibt sich eine beschleunigte Verstädterung mit allen ihren Nachteilen (Arbeitslosigkeit, Wohnprobleme etc.). Vor diesem Hintergrund sind die Proteste - vorwiegend von Jugendlichen - zu sehen, die immer häufiger gewaltsame Formen annehmen. Die Handelsbilanz ist stark defizitär – die Exporte waren 2016 2,44 Mrd. US-$ wert, die Importe 5 Mrd. US-$; die Staatsverschuldung im Ausland betrug 2016 6,1 Mrd. US-$.