S E N E G A L
(République du Sénégal)

letzte Bearbeitung 25.10.2017

Republik auf der Basis einer Präsidialverfassung von 2001, seither mehrmals novelliert. 2016 wurde die Amtszeit des Präsidenten von 7 auf 5 Jahre – einmalige Wiederwahl – reduziert.
Präsident: Macky Sall (2012-)
Regierungschef: Mohammed Boun Dionne
früherer Präsident: Léopold Sedar Senghor (1961-1981), Abdou Diouf (1981-2000), Abdoulaye Wade (2000-2012)

Unabhängig: seit 20.6.1960 (als Teilstaat im Rahmen der Föderation Mali), seit 20.8.1960 als eigener Staat. In den Wahlen von Juli 1917 erzielte die Parteiengruppe des Präsidenten (Benno Bokk Yakaar, „In Hoffnung vereint“) 125 der 165 Sitze des Parlaments. Die übrigen Mandate entfielen auf: Coalition gagnante -"Wattu Senegaal" (geführt vom PDS, Parti Démocratique Sénégalais, des früheren Präsidenten Wade) 19, Coalition "Mankoo Taxawu Senegaal" 7, Parti de l'Unité et le Rassemblement (PUR) 3, Coalition Convergence patriotique-"Kaddu Askanwi"  2 sowie 9 weitere Gruppierungen mit je 1 Sitz.

196.722 km2 gross, wobei das Staatsgebiet durch die Enklave Gambia weitgehend in zwei Teile zerschnitten wird. 15,4 Mio. Einwohner (2016); 56% ländliche Bevölkerung, Zuwachsrate 2,4%.
Hauptstadt: Dakar (3,5 Mio. Ew., 2015) Andere grosse Städte: Thies, Kaolack, Saint-Louis. Ziginchor, Diourbel.
Währung: Franc CFA, 100 F CFA = 1 FF / 0,15 Euro

Offizielle Sprache: Französisch; Nationalsprachen: Wolof (43,3%), Poular (oder Ful, 23,8%), Serer (14,7%), Diola (3,7%), Mande (4%). Wolof fungiert als Verkehrssprache für die Mehrheit der Einheimischen. Die Bevölkerung ist zu 94% islamisch.

Wirtschaft: Senegals Wirtschaft ist heute immer noch von der Erdnusskultur dominiert, obschon der Anteil dieses Produkts am gesamten Export seit 1960 von 80% auf unter 50% zurückgegangen ist. Weitere Exporte sind Fisch, Baumwolle und Phosphat.
Obwohl Senegal einer der ersten afrikanischen Staaten war, der ein Strukturanpassungsabkommen unterzeichnete, sind aus politischen Gründen die damit verbundenen Änderungen nur langsam realisiert worden, haben aber – zumindest aus der Sicht der Bretton-Woods-Institutionen, durchaus Erfolg gehabt. Im Rahmen einer HIPC-Initiative wurden dem Land 2/3 seiner Schulden erlassen. Der Plan Sénégal Emergent (PSE) aus 2014 beschleunigt das Wirtschaftswachstum, nicht zuletzt aufgrund der günstigen Entwicklung der Landwirtschaft.
Das BIP betrug 2016 14,8 Mrd. US-$; das Wirtschaftswachstum verstärkte sich seit 2013 (4%) auf 6,6% in 2016, die Inflation blieb mit 0,8% stabil. 46,7% der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze (eine Zahl aus 2011) und vor allem in den Städten ist die Arbeitslosigkeit sehr hoch (48% in 2007).
Die Entwicklung einer Industrie, einer modernen Infrastruktur und auch des Tourismus haben Dakar und sein unmittelbares Hinterland in eine bevorzugte Position gebracht. Die Beseitigung der Schutzmassnahmen im Rahmen der Strukturanpassung hat jedoch der industriellen Produktion sehr stark geschadet. Als Folge der Benachteiligung des übrigen Landes ergibt sich eine beschleunigte Verstädterung mit allen ihren Nachteilen (Arbeitslosigkeit, Wohnprobleme etc.). Vor diesem Hintergrund sind die Proteste - vorwiegend von Jugendlichen - zu sehen, die immer häufiger gewaltsame Formen annehmen. Die Handelsbilanz ist – trotz der zuletzt guten landwirtschaftlichen Erträgen – deutlich defizitär: die Exporte waren 2016 2,5 Mrd. US-$ wert, die Importe knapp 5 Mrd. US-$; die Staatsverschuldung im Ausland betrug 2016 6,3 Mrd. US-$, und war damit gegenüber den Vorjahren erneut gestiegen; der Regierung gelang in den letzten Jahren erfolgreich Anleihen auf dem europ. Markt zu platzieren, was für gutes Vertrauen der Anleger in die Wirtschaftspolitik spricht.