S E Y C H E L L E N
Repiblik Sesel / Republic of the Seychelles

letzte Bearbeitung 15.02.2017

Präsidialrepublik auf der Basis einer Verfassung von 1993, gekennzeichnet durch die Wiedereinführung eines Mehrparteiensystems; zuletzt 2011 novelliert. Der durch einen Putsch an die Macht gekommene Staatschef René wurde 2001 zum sechsten Mal (mit 54,2%) gewählt; der unterlegene Gegenkandidat Wavel Ramkalawan (SNP) protestierte - und fand sich damit ab. 2004 überliess René das Amt des Staatschefs seinem Vizepräsidenten, der seinerseits 2016 vorzeitig zurücktrat.
Präsident: Danny Antoine Rollen FAURE (2016-)
Früherer Staatschef: James MANCHAM (1976-1977), France Albert RENÉ (1977-2004), James Alix MICHEL (2004-2016)

Unabhängig seit 29.6.1976. Mitglied des Commonwealth. Die Politik wurde lange von der früheren Einheitspartei SPPF, Seychelles People's Progressive Front bzw. Parti Lepep (Peoples Party) dominiert. Bei den Parlamentswahlen im September 2016 erhielt allerdings die oppositionelle Linyon Demokratik Seselwa (Demokratische Union der Seychellen) mit 19 der 33 Mandate die Mehrheit; die übrigen 14 sicherte sich der Parti Lepep.

Knapp 454 km2 gross (CIA fb 455, kleinster Staat Afrikas); besteht aus zusammen 116 Inseln, die über ein Gebiet von etwa 1.300.000 km2 verstreut liegen. 60 davon sind unbewohnte Koralleninseln. Die grösste, Mahé (148 km2), wird von etwa 88% der gesamten Bevölkerung bewohnt. 93.400  Einwohner (2015), Zuwachsrate 0,8%, knapp 54% städtische Bevölkerung. Zuwanderer aus Indien und Madagaskar stellen nahezu ¼ der Arbeitskräfte.
Hauptstadt: Victoria (27.000, 2011) auf Mahé.
Währung: Rupie (Seychellen-Rupie), 100 SCR = 6,54 € / 6,97 CHF

Offizielle Sprachen: Englisch und (seit 1976) Französisch. Der grössere Teil der Bevölkerung spricht jedoch Creole.

Wirtschaft: Ursprünglich auf die Produktion landwirtschaftlicher Exportgüter ausgerichtet (Kopra, Zimtrinde, Vanille, Patschuli, Tee). Der Export von (tiefgekühltem) Fisch gewinnt heute zunehmend an Bedeutung, aber seit der Eröffnung des internationalen Flughafens auf Mahé (1971) bringt der Tourismus den grössten Teil der Devisen (70%) und gut die Hälfte des Nationaleinkommens. Über 60% des Eingangs aus dem Tourismus fliesst allerdings für Importe und als Anteil der Reisebüros wieder aus dem Land.
Lebensmittelimporte braucht neben dem Tourismus auch die einheimische Versorgung. Nur 6,5% des Bodens sind landwirtschaftlich nutzbar; davon entfallen 2/3 auf dauerhafte Pflanzungen.
Eine stagnierende Wirtschaftsproduktion (das BNP schrumpfte 2005 um 3%), strikte Devisenkontrolle (und darum ein paralleler Markt für die heimische Währung) und eine deutlich defizitäre Handelsbilanz kennzeichneten zu Beginn des 21. Jahrhunderts die wirtschaftliche Lage, die 
2008 aufgrund Zahlungsunfähigkeit zu einer Intervention des IWF führte, aus der die Seychellen 2013 – nach Meinung des IWF – als marktwirtschaftlich saniert hervorgingen.
BIP (2015) 1,4 Mrd. US-$; Kennzahlen 2016: Wirtschaftswachstum 4,9%, Arbeitslosenrate 3%, Inflation -0,5%, Exporte 422,3 Mio. US-$, Importe 873,7 Mio. US-$, Auslandsverschuldung 2,55 Mrd. US-$.
Verglichen mit anderen Ländern des Südens weisen die Seychellen einen relativ hohen Lebensstandard auf: Sichtbar wird das an einem hohen pro Kopf-Einkommen und einem hohen Anteil am Budget für Gesundheitswesen und Bildung. Die Seychellen nehmen in der Rangliste der UNDP (Human Development Report) den 64. Rang unter den 188 im Jahr 2014 klassifizierten Staaten ein, sind also ein „upper-middle-income country“, wodurch sie kaum Anspruch auf Entwicklungsgelder haben; dennoch verzeichnet der Armutsreport für 2013 über 24% der Bevölkerung, die von weniger als 3.193 Rupien (209 €) im Monat  leben („ultra poverty line“).