S I E R R A  L E O N E
Republic of Sierra Leone

letzte Bearbeitung 15.02.2017

Präsidialrepublik (Verfassung von 1991, zuletzt 2013 novelliert); von 1992 bis 2001 herrschte Bürgerkrieg in grossen Teilen des Landes. Eine Friedenmission der UNO (UN Integrated Peacebuilding Office in Sierra Leone (UNIPSIL) überwachte bis 2014 die Entwaffnung der verschiedenen Rebellengruppen.
Präsident: Ernest Bai KOROMA (2007-, 2012 wiedergewählt); der Präsident ist auch Regierungschef.
Frühere Staatschefs (bzw. bis 1971 Premiers): Sir Milton MARGAI (1961-1964), Sir Albert MARGAI (1964-1967), Brig. David LANSANA (3 Tage), Obst. Andrew JUXON-SMITH (1967-1968), Siaka STEVENS (1968-1985), Joseph S. MOMOH (1985-1992), Hptm Valentine STRASSER (1992-1996), Julius Maada BIO (1996), Major Johnny Paul KOROMA (1997-1998), Ahmad Tejan KABBAH (1996-97, 1998-2007)

Unabhängig seit 27.4.1961. Von den 124 Mitgliedern des Parlaments werden 112 direkt gewählt; 12 Paramount Chiefs vertreten die 12 Provinzen. Bei den Wahlen im November 2012 erhielt APC (All People’s Congress, Ernest Bai Koroma) 69 Sitze, SLLP (Sierra Leone People’s Party) 42. 1 Sitz vakant.

71.740 km2 gross, 6 Mio. Einwohner (2016); Zuwachsrate 2,36%, knapp 40% städtische Bevölkerung.
Hauptstadt: Freetown (1 Mio. Ew., 2015) Andere grössere Städte: Koidu, Bo, Kenema, Makeni. Bis zu 2 Mio. Ew. – die Zahlenangaben zeigen starke Unterschiede – flüchteten während des Bürgerkriegs in die Städte bzw. ins benachbarte Ausland und mussten mit Unterstützung der UNO reintegriert werden; der Ausbruch von Ebola erschütterte 2014 erneut vor allem die ländliche Bevölkerung.
Währung: Leone. 1.000 SLL = 0,13 € / 0,13 CHF

Offizielle Sprache: Englisch. Bedeutende einheimische Gruppen: Mende (31%), Temne (35%), Limba (8%), Kono (5%). Wichtig erscheint auch Krio, ein kreolisiertes Englisch, das 2% bis 3% der Küstenbevölkerung sprechen.

Wirtschaft: Etwa die Hälfte der Bevölkerung lebt von und in der Kleinlandwirtschaft (Subsistenz, Versorgung des lokalen Marktes und Exportprodukte). In erster Linie Reis und Maniok, dazu andere Knollenfrüchte, Mais und Hirse dienen als Grundnahrungsmittel. Exportiert werden unter normalen Bedingungen Kakao, Kaffee, Palmkerne, Kolanüsse u.a. 56,2% des Bodens sind landwirtschaftlich nutzbar, davon die Hälfte für Pflanzenbau.
Reichte die Produktion von Reis in den 1950er Jahren noch für Eigenversorgung und einen Exportanteil, so muss heute Reis importiert werden. Spekulationen machen ihn oft für den ärmeren Teil der Bevölkerung unerschwinglich und bereichern Geschäftsleute wie Politiker.
Diamanten sind der wichtigste mineralische Rohstoff unter den Exporten, dazu kommen Eisen, Titanerz und Bauxit. China ist sowohl bei Importen wie bei Exporten der wichtigste Handelspartner.
Die negative Handelsbilanz und die Überschuldung führten zu Restriktionen, die wiederum einen Teil der Wirtschaft zum Abwandern in die Illegalität oder zu Korruption bewogen. Internationales Kapital bzw. lokales Kapital unter Kontrolle libanesischer oder indischer Geschäftsleute dominieren die Wirtschaft und über die Bürokratie und die Spitzenpolitiker den Staat als Ganzes.
Der Krieg im Land blockierte die Rohstoffproduktion. Ein Teil der Einkünfte aus Exporten (vor allem der Verkauf der Diamanten) finanzierte den Krieg; die Regierung trat Bergwerke und Schürfgenehmigungen für die Unterstützung durch Söldnerorganisationen wie Executive Outcomes ab. 70% der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze.
BIP (2015): 10,64 Mrd. US-$. Wirtschaftliche Schlüsseldaten aus 2016: Wirtschaftswachstum 
4,3% (nach einem Rückgang von -21% in 2015), Inflation 7,1%, Exporte im Wert von 886 Mio. US-$ stehen Importen im Umfang von 1,3 Mrd. US-$ gegenüber; Auslandsverschuldung 1,56 Mrd. US-$.