S A N K T  H E L E N A

UK Overseas Territory

letzte Bearbeitung 12.02.2017

Britisches Überseeterritorium (internally self-governing UK Overseas Territory) mit einer Verfassung von 2009. Die Lokalregierung, der Executive Council, berät den Gouverneur und besteht aus drei Beamten (Attorney General, Government Secretary, Treasurer) und fünf vom Lokalparlament entsandten Mitgliedern. Zum Legislative Council gehören neben den drei genannten Beamten 12 gewählte Mitglieder und ein vom Legislativrat gewählter Speaker und sein Stellvertreter.
Staatoberhaupt: Elizabeth II.
Gouverneur: Lisa Phillips (seit 2016)
frühere: David Hollamby (1999-2004), Michael Clancy (2004-2007), Andrew Murray Gurr (2007-2011), Mark Andrew Capes (2011-2016)

In den 1970er Jahren gehörte die überwiegende Mehrheit der gewählten Vertreter der St. Helena Progressive Party an. Die St. Helena Labour Party vertrat gegen den offiziellen Kurs der britischen Kolonialverwaltung („Welfare-Colonialism“) eine Politik der Förderung privater (ausländischer) Unternehmen. Seit den 1980er Jahren sind die Parteien inaktiv und Wahlen finden als Persönlichkeitswahlen statt. Letzte Wahlen 27.6.2001 - 44% Wahlbeteiligung.

122 km2 gross (410 km2 mit allen unterstellten Inseln), 4.534 Einwohner (Census 2016), Zuwachsrate 0,67%. Rund 1.200 Emigranten arbeiten auf Ascension, den Falklands (Malwinen) oder in England

Hauptstadt: Jamestown (629 Ew., 2016).
Währung: St. Helena Pfund = brit. £ = 1,17 € / 1,25 CHF

Offizielle Sprache: Englisch; die Bevölkerung besteht, neben einer kleinen Gruppe englischer Siedler, aus Nachfahren europäischer, asiatischer und afrikanischer Einwanderer, die oberflächlich (Namen, Kultur etc.) anglisiert wurden.

Wirtschaft: 90 bis 95% das bebaubaren Landes und der Unternehmen sind im Besitz der Lokalregierung. Die Lebensmittelerzeugung deckt bei weitem nicht den lokalen Bedarf. Die Exportproduktion ist unbedeutend (Fisch, Kunsthandwerk) und 1995 deckten die Exportwerte gerade etwa 5% der Importkosten. BIP 33,5 Mio. £ (2015).
Etwa 60% des Budgets wird durch Zuschüsse 
der britischen Regierung gedeckt; weitere Einkünfte erzielt die Lokalregierung aus Fischereilizenzen; 1916/17: 22,5 Mio. £ von UK, 12,6 Mio. £ lokale Einnahmen. Die brit. Regierung kommt für den Grossteil der Investitionen auf. Tourismus, Agrarproduktion und Fischerei sind die primär geförderten Wirtschaftsbereiche.
Laut Census 2016 waren nur 76 Personen arbeitslos, doch erhält eine grosse Zahl Sozialhilfe. Eine bedeutende Gruppe muss Arbeit in der Emigration suchen, davon der grössere Teil auf Ascension.
In einem Referendum sprach sich 2007 die Mehrheit der Bewohner für den Bau eines Flughafens aus, doch erst 2011 wurde der Vertrag zum Bau mit der südafrikanischen Fa. Read unterzeichnet. Dzt. finden Testflüge statt, doch es gibt noch keine regelmässige Verbindung mi anderen Flughäfen.

Neben St. Helena sind noch die beiden Inseln Ascension (1.131 km nordwestlich von St. Helena) und Tristan da Cunha (und eine Reihe weiterer kleiner Inseln im Südatlantik) in britischem Besitz und dem Gouverneur von St. Helena unterstellt; sie werden durch einen Administrator verwaltet.

Ascension - 88 km2 gross, 1.350 Einwohner, Hauptort Georgetown (450 Ew.) - bietet durch Militärbasen (USA, GB) und Niederlassungen privater Firmen (BBC, Cable & Wireless) zahlreichen St. Helenians Arbeitsmöglichkeit, doch geht in rezenter Zeit aufgrund der technischen Entwicklung das Interesse an solchen Stützpunkten immer deutlicher zurück.

Tristan da Cunha (Tristan da Cunha Island, Gough Island, Inaccessible Island und die drei Nightingale Islands) - 98 km2, 207 km2 mit den zugehörigen Inseln, 262 Ew. (2017) - musste 1961 aufgrund eines Vulkanausbruchs evakuiert werden. Die meisten Bewohner kehrten 1963 wieder zurück.
Die Lokalversammlung (dzt. 11 Mitglieder) von Tristan da Cunha wählte 2013 Ian Lavarello zum Chief Islander.
Hauptort: Edinburgh of the Seven Seas;
Währung: UK £
Haupteinnahmequelle: Briefmarken für Sammler, Fischfang (Hummer) und Fischrechte.