Republik S Ü D A F R I K A (ZA)
Republic of South Africa, RSA / Republiek van Suid Afrika, früher Union of South Africa

letzte Bearbeitung 16.02.2017

Republik auf der Basis einer Präsidialverfassung von 1996, zuletzt 2013 novelliert; nach der Verfassung ist der vom Parlament gewählte Staatspräsident auch Regierungschef.
Präsident: Jacob Zuma (2009-, 2014 wiedergewählt)
Frühere Staatschefs seit Beginn der Republik: C.R. Swart (bis 1968), J.J. Fouché (1968-1975), N. Diederichs (1975-1978), B.J. Vorster (1978-1979), M. Viljoen (1979-1984), P.W. Botha (1984-1989), Frederik W. de Klerk (1989-1994), Nelson Mandela (1994-1999), Thabo Mvuyelwa Mbeki (1999-2008), Kgalema Motlanthe (2008-2009, ad interim)

Regierungschefs bis 1984: Louis Botha (1910-1919), J.C. Smuts (1919-1924 und 1939-1948), J.B.M. Hertzog (1924-1939), D.F. Malan (1948-1954), J.G. Strijdom (1954-1958), H.F. Verwoerd (1958-1966), B.J. Vorster (1966-1978), P.W. Botha (1978-1984)
 

Dominion als Union of South Africa seit 31.5.1910; souveräner Staat im Rahmen des Empire 1931; Republic of South Africa seit 31.5.1961
Bei der Wahl der 400 Abgeordneten im Mai 2014 erhielt der ANC (African National Congress)
249 Sitze, die oppositionelle DA (Democratic Alliance, Helen Zille) 89, EFF (Economic Freedom Fighters, Julius Malema) 25, Iqembu Lenatha Yenkululeko/Inkatha Freedom Party - IFP 10, National Freedom Party (NFP) 6, und 8 weitere Parteien, darunter das United Democratic Movement (UDM) und der Pan Africanist Congress (PAC) zwischen 1 und 4 Mandate.
Der National Council of Provinces – vor 1977 Senat– hat 90 Mitglieder, ernannt bzw. entsendet von lokalen Gremien der 9 Provinzen; von den politischen Mandataren entfallen 33 auf ANC, 13 auf DA, 6 auf EEF sowie je 1 auf IFP und UDM.

In 8 der 9 Provinzialparlamente hat der ANC eine Mehrheit; in Western Cape hat die Democratic Alliance ihre Mehrheit ausgeweitet.
Provinzen: Eastern Cape, Eastern Transvaal, (Orange) Free State, Gauteng (Pretoria-Witwatersrand-Vereeniging), KwaZulu/Natal, Northern Cape, Northern Province (Northern Transvaal), North-West, Western Cape

1.221.037 km2 gross (CIA-fb 1.219.090, nat. Statistik 1.219.602km2); 54 Millionen Einwohner (2016) (nach Angaben  des nationalen Census von 2011 51,8 Mio.); knapp 65% städtische Bevölkerung; Zuwachsrate: 0,99% (2016)
Hauptstadt (Ew. gem. Census 2011): Pretoria (Verwaltung und Regierung, 741.000 Ew.), Cape Town (Parlament, 3,74 Mio. inkl. Vorstädte), Bloemfontein (Oberstgericht, 256.000)
Andere Grossstädte: Johannesburg (957.000 bzw. als Region 4,43 Mio. Ew. , Durban, Port Elizabeth
Währung: Rand. 100 ZAR = 7,24 € / 7,71 CHF

Offizielle Sprachen: Neben Englisch und Afrikaans neun afrikanische (Bantu-) Sprachen; die Schätzungen des Statistischen Amtes von Mitte 2005 ergaben für die einzelnen Bevölkerungsgruppen: „Africans“ 79,4% (Bantusprachen: Sotho, Tswana und Nguni. Letztere umfassen Zulu, Swazi, Ndebele, Pondo, Tembu und Xhosa), „Whites“ 9,3% (davon sprechen etwa 2/3 Afrikaans und 1/3 Englisch), „Coloureds“ 8,8% (meist afrikaanssprachig), „Asians“ (Inder) 2,5%, Khoisan.

Wirtschaft: Gekennzeichnet durch bedeutende Zuwächse bis in rezente Zeit, aber sehr ungleiche Verteilung, sowohl regional wie hinsichtlich der Bevölkerungsgruppen. Der Weltbank zufolge hat sich das Ungleichgewicht zwischen den Bevölkerungsgruppen verstärkt: „blacks are getting poorer, while whites are getting richer“; 56,8% der Bevölkerung gelten als arm (unter 2,5 US-$ pro Tag).
Die politische Unsicherheit und die internationale Wirtschaftslage (Verfall des Goldpreises) führten in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre zu einem Rückgang der Investitionen, zu Inflation und hoher Arbeitslosigkeit; nach einer Periode des wirtschaftlichen Aufschwungs führte die globale Krise zu einem Schrumpfen der Wirtschaft. 2015 betrug das BIP 280 Mrd. US-$; die Schlüsseldaten von 2016 zeigen deutliche Tendenz einer Verschlechterung: Wirtschaftswachstum 0,1%, Inflation 6,5%, Arbeitslosigkeit 26,8%, Auslandsschulden knapp 130 Mrd. US-$. Exporte im Umfang von 83 Mrd. US-$ standen Importen im Wert von 85 Mrd. US-$ gegenüber. China blieb wichtigster Wirtschaftspartner.
Den grössten Anteil an den Exporten hat der Bergbausektor mit Gold, Chrom, Mangan, Vanadium, Diamanten etc. (60%); grosse Eisen- und Kohlenvorkommen sind die Grundlage einer lokalen Schwerindustrie. Das Fehlen von Erdöl hat in Verbindung mit den internationalen Wirtschaftssanktionen zu einem starken Ausbau der Kohlenstoffchemie geführt. Rund 75% der industriellen Produktion konzentriert sich auf 4 Regionen: Südliches Transvaal (u.a. Pretoria und Johannesburg), westliche Kapprovinz, Durban-Pinetown und Port Elizabeth-Uitenhage. Speziell unterentwickelt sind im Gegensatz dazu die früheren „Homelands“.
Knapp 80% des Bodens sind landwirtschaftlich nutzbar, davon 7/8 als Weideland. Die Bedeutung der Landwirtschaft ging zuerst durch das Anwachsen des Bergbaus und dann durch die Industrialisierung (Zwischenkriegszeit) stark zurück; nur 10% der Beschäftigten sind in diesem Sektor tätig. Klimaabhängigkeit (Dürrekatastrophe) und Schaffung von Rohprodukten für den Export charakterisieren sie als rückständig und abhängig. Der Tourismus sicherte 2012 etwa 10,3% der Jobs im Land und trug 102 Mrd. US-$ zum BIP bei. 2015 besuchten knapp 9 Mio. Touristen das Land.

als verlässliche Quelle bietet sich das South African Yearbook an, das jährlich überarbeitet wird:

(http://www.gcis.gov.za/sites/www.gcis.gov.za/files/docs/resourcecentre/yearbook/