S Ü D S U D A N
Republic of South Sudan

letzte Bearbeitung 17.02.2017

Präsidialrepublik auf Grundlage einer Übergangsverfassung aus 2011, zuletzt 2015 novelliert.
Nach zwei langen Bürgerkriegsphasen, die über zwei Mio. Menschen das Leben kosteten, kam es im Jänner 2011 zu einem Referendum, in der sich 98% der Teilnehmenden für eine Trennung vom Sudan aussprachen.
Präsident:
(Gen.) Salva KIIR Mayardit (2011 -)

Unabhängig seit 9. Juli 2011. Das Parlament besteht aus 2 Kammern: Oberhaus / Council of States (50 Mitglieder, mehrheitlich vom Präsidenten ernannt) und Nationalversammlung / Transitional National Legislativ Assembly (400 Sitze, davon gehörten 170 der früheren südsudanischen Legislativversammlung und 96 bis 2011 dem Parlament des Sudan an; auf Grundlage des Abkommens zwischen den Bürgerkriegsparteien vom August 2015 wurden 68 weitere Mitglieder ernannt, vor allem aus den Reihen der Opposition). Politische Gruppierungen: Sudan People's Liberation Movement (SPLM, Salva KIIR Mayardit), Sudan People’s Liberation Movement (SPLM-IO, Opposition, Riek MACHAR Teny Dhurgon), Democratic Change Party (DCP, Lam AKOL)

644.329 km2 gross; 12,53 Mio. Einwohner (2016), Zuwachsrate 3,92%, knapp 19% städtische Bevölkerung. Die Auseinandersetzungen mit dem Sudan, vor allem aber der 2913 ausgebrochene Bürgerkrieg im Südsudan haben Hundertausende zur Flucht veranlasst, 1,7 Mio. sind allein als „internally displaced Persons“ im eigenen Land auf der Flucht. Zugleich halten sich 240.000 Flüchtlinge aus dem Sudan im Land auf.
Hauptstadt: Juba (320.000, 2015)
Währung: Südsudanesisches Pfund, SSP;  
1 SSP = 100 Piaster entsprach ursprünglich einem Sudanes. Pfund (SDG); 2015 entschied der Finanzminister, den Kurs gegenüber dem US-$ frei zu geben. Sudan Tribune berichtete im Juni 2016 von einem gespaltenen Währungsmarkt: „1 US dollar traded at 50SSP at the black market compared to 35SSP to $1 at the Central Bank.“ Anfang 2017 erhielt man bereits 105 SSP für 1 US-$. Das führt u.a. zu Preissteigerungen bei Produkten der Grundversorgung.

Offizielle Sprachen: Englisch; ein Teil der Bevölkerung spricht Arabisch und von den übrigen Landessprachen sind Dinka (35,8%) und Nuer (15,6%) die bedeutendsten; daneben gibt es eine Reihe weiterer nilotischer (Bari, Shilluk, Acholi) bzw. sudanischer Sprachen sowie Sprachen der Niger-Kongo-Sprachfamilie, insbesondere Azande.

Wirtschaft: Mit der Trennung von Sudan übernahm der Südsudan nahezu ¾ der gemeinsamen Ölproduktion, doch blieb der Export von der Zusammenarbeit mit dem Sudan abhängig, da die eigene Infrastruktur kaum ausgebaut ist.
Zwar finanziert die Regierung aus dem Geschäft mit Öl den grössten Teil des Budgets, doch besteht der Reichtum des Landes im Grund in seinen landwirtschaftlichen Ressourcen. Die Exporte bestehen beinahe zur Gänze aus Öl; der Einbruch der Ölpreise hat den Südsudan schwer getroffen, zudem sollen laut Weltbank die Vorkommen 2035 erschöpft sein.
Die Mehrheit der Bevölkerung lebt von Subsistenzlandwirtschaft (Ackerbau wie Viehzucht); produziert werden Hirse, Mais, Weizen, Maniok, aber auch Baumwolle und Früchte. 85% der arbeitenden Bevölkerung bezieht für ihre Tätigkeit keinen Lohn – 78% in der landwirtschaftlichen Subsistenzproduktion.
Die internen bewaffneten Auseinandersetzungen sowie die globale Krise haben die schwache Wirtschaft extrem geschädigt. 2015 betrug das BIP 2,63 Mrd. US-$; 2016 schrumpfte die Wirtschaft um 16%, die Inflation betrug 730%, 65,9% der Bevölkerung , 80% laut UNDP, leben in extremer Armut. Frontier Economics schätzt die entstehenden Kosten für einen andauernden Zivilkrieg zwischen 22,3 und 28 Mrd. US-$ (je nachdem, wie lange zwischen einem und fünf Jahren die Auseinandersetzung noch dauert). Im Vergleich dazu wurde 2013 an globaler Hilfe 1,4 Mrd. US-$ geleistet; 1 Mrd. kosteten multilaterale Friedenseinsätze.