S W A Z I L A N D (SZ)
Kingdom of Swaziland / Umboso wa kaNgwana

letzte Bearbeitung 17.02.2017

Absolute Monarchie seit dem Ende der konstitutionellen Monarchie 1973. Politische Institutionen pseudotraditionellen Charakters (Verfassung von 1978) sichern die Konzentration der Macht in den Händen des Königs und seiner engsten Ratgeber. Die Verfassung von 2005/06 lässt keine Parteien zu und hat auch sonst wenig demokratischen Charakter.
Staatsoberhaupt: König (Ngwenyama) Mswati III (seit 1986).
Vorgänger: Sobhuza II (Paramount Chief / König 1921 bis 1982). Während des Interregnums 1982 bis 1986 standen zwei Regentinnen an der Spitze des Staates: Dzewile (1982-1983), Ntombi Laftwala (1983-1986).

Unabhängig seit 6.9.1968. Nach der Verfassung von 1978 wird die Volksvertretung indirekt gewählt. Die Macht des „inneren Rates“ (Liqoqo), der die Politik während des Interregnums führte, ist seit 1986 wieder stark eingeschränkt. Parteien sind verboten, doch bestehen einige im Exil oder Untergrund, oder gelten nicht als Parteien, sondern als „Political Associations“: Swaziland Youth Congress, (SWAYOCO); Convention for Full Democracy in Swaziland (COFUDESWA); Imbokodvo National Movement (INM), Ngwane National Libertatory Congress (NNLC, Obed Dlamini), People's United Democratic Movement (PUDEMO, Mario Masuku), Swaziland National Front (SWANAFRO, Elmond Shongwe). Jan Sithole (Swaziland Democratic Party, Swadepa) wurde 2013 gewählt, ebenso die frühere Parlamentssprecherin Ester Dlamini (als einzige Frau).
Die Mobilisierung der Bevölkerung 
geschieht über die durch die Chefs einberufenen Regionalversammlungen (Tinkhundla). Diese wählen indirekt (zuletzt 2013) 55 der 65 Abgeordneten zum Abgeordnetenhaus. 10 ernennt der König sind kommen oft aus der weiteren Königsfamilie Dhlamini (wie auch der Regierungschef Barnabas Dlamini, ein Halbbruder des Königs). Der Senat besteht aus 30 Mitgliedern, von denen 20 durch den König und 10 durch das Abgeordnetenhaus bestimmt werden.

17.364 km2 gross (kleiner als Niederösterreich); 1,45 Mio. Ew. (2016); 1,1% Wachstum, über 80% ländliche Bevölkerung. Arbeitsmigration nach Südafrika erfasst einen grossen Teil der männlichen Bevölkerung; Swaziland hat mit 28,8% der erwachsenen Bevölkerung (2015) die weltweit höchste AIDS-Rate, wobei Frauen unverhältnismässig stärker betroffen sind.
Hauptstadt: Mbabane (66.000 Ew., 2014); der Hof des Königs befindet sich in Lobamba (4.600 Ew.); andere grössere Städte: Manzini (115.000 Ew.), Matsapha
Währung: Lilangeni (Mz. Emalangeni). 100 SZL = (100 Rand) = 7,16 € / 7,62 CHF

Offizielle Sprachen: Englisch und siSwati. Andere Sprachen: Über 90% der Bevölkerung sind Swazi und sprechen Varietäten des siSwati. Die etwa 10.000 Europäer und Farbigen verwenden Englisch oder Afrikaans.

Wirtschaft: Seit die Eisenvorräte erschöpft sind, hat die Produktion aus den Minen (Kohle, Asbest, Industriediamanten u.a.) ihre führende Position bei den Exporten an den Zucker verloren. Die wirtschaftliche Kontrolle des Landes übernahm seit der Unabhängigkeit zunehmend südafrikanisches Kapital, doch wird sowohl die Zuckerproduktion und die Gewinnung von Nutzholz noch durch englische Firmen kontrolliert (Tate & Lyle, Lonrho etc.).
68,3% des Bodens ist landwirtschaftlich nutzbar, davon der grösste Teil als Weideland. Als Folge der Kolonisierung kam es zu einer Aufteilung des Bodens in National Land (unter Verwaltung der Chefs kommunal genutzt) und Freehold Land (in Besitz weisser Farmer oder Firmen). Der Anteil des fremd genutzten Landes wurde durch Ankäufe von über 60% auf 40% gesenkt. Die Exportkulturen konzentrieren sich aber noch immer auf die freehold areas, während der von Swazi genützte Boden nicht ausreicht, um den Bedarf an Lebensmitteln zu decken. Die einheimische Viehproduktion - der grössere Teil der Herden gehört der königlichen Familie oder Chefs - fungiert primär als traditionelles Mittel der Kapitalbildung.
Exportgüter: Neben Zucker und Holz auch Zitrusfrüchte, andere Früchte, Baumwolle, Tabak; dazu kommen Produkte industrieller Fertigung. 60% der Exporte gehen nach Südafrika, und 90% der Importe kommen von dort.
40% Arbeitslosigkeit und 69% der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze sind von grösserer Bedeutung für die Menschen im Land als die Tatsache, dass Swaziland ein für Afrika deutlich überdurchschnittliches Pro-Kopf-Einkommen ausweisen kann (5.500 US-$ in 2005). BIP (2015) 3,43 Mrd. US-$; andere Kenndaten 2016: Wirtschaftswachstum 0,5%, Inflation 8,8%, Exporte im Umfang von 1,7 Mrd. US-$ standen Importe im Wert von 
1,65 Mrd. US-$ gegenüber; Auslandsschulden 470 Mio. US-$.