T A N Z A N I A
Jamhuri ya Muungano ya Tanzania, Vereinigte Republik Tanzania

letzte Bearbeitung 11.01.2018

Vereinigte Republik aus den beiden Ländern Tanganyika und Zanzibar auf der Basis einer Verfassung von 1977. 1992 kam es nach langer Diskussion zur Wiedereinführung eines Mehrparteiensystems. Die Spannungen zwischen den beiden Landesteilen haben sich seither verschärft. Seit 2011 wird an einer neuen Verfassung gearbeitet; 2014 entstand ein vorläufiger Entwurf, der noch nicht angenommen ist.
Regierungspartei: CCM (Chama cha Mapinduzi), die 1977 als Einheitspartei aus der Fusion von TANU (Tanganyika African National Union) und Afro-Shirazi Party (Zanzibar) entstand.
Präsident (Rais): John MAGUFULI (2015 -)
früherer Staatschef: Julius Kambarage NYERERE (1961-1985), Ali Hassan MWINYI (1985-1995) Benjamin MKAPA (1995-2005) Jakaya Mrisho KIKWETE (2005-2015)

Präsident/Regierungschef von Zanzibar: Ali Mohamed SHEIN (seit 2016)

Unabhängig seit 9.12.1961; Präsidialrepublik seit 9.12.1962. Zanzibar unabhängig seit 10.12.1963; Union am 26.4.1964
Die Nationalversammlung / Bunge besteht aus  264 direkt und 118 indirekt gewählten Abgeordneten; zur letzten Gruppe gehören 113 Frauen und 5 Kandidaten aus Zanzibar; 10 (darunter 5 Frauen) werden vom Präsidenten ernannt, ebenso der Parlamentssprecher; Mitglied des Parlaments ist auch der Attorney General (Kronanwalt). Letzte Parlamentswahlen im Oktober 2015; im Jänner 2017 gehörten von den 392 Abgeordneten: 277 zu CCM, 71 zu CHADEMA (Chama cha Demokrasia na Maendeleo, Freeman Mbowe), 41 zu CUF (Civic United Front, Chama cha Wananchi Ibrahim Lipumba & Seif Shariff Hamad) sowie je 1 zu ACT Wazalendo (Alliance for Change and Transparency) und NCCR-Mageuzi (National Convention for Construction and Reform – Mageuzi, James Mbatia); ein Sitz frei.
Als Folge der Ablehnung des Verfassungstextes von 2014 entstand eine Oppositionsfront Ukawa (Umoja wa Katiba ya Wananchi) aus Chadema, CUF, NCCR-Mageuzi  und National League for Democracy (NLD, Emmanuel Makaidi).

947.300 km2 gross, davon entfallen 2.654 km2 auf die Inseln. 53,95 Mio. Einwohner (2017, gem. Census 2012 44, 93 Mio.), Zuwachsrate: 2,75%, 33% urbane Bevölkerung. Gemäss dem Census von 2012 hatten die Inseln Zanzibar und Pemba 1,3 Mio. Ew.
Hauptstadt: Dar es Salaam (5,11 Mio. Ew., 2015). Dodoma (knapp 200.000 Ew.) sollte in Zukunft diese Funktion übernehmen, doch stehen die wirtschaftlichen Schwierigkeiten dem Ausbau im Wege; weitere grosse Städte: Mwanza (437.000 als Grossregion), Morogoro, Mbeya, Tanga (Hafen), Tabora, Moshi, Arusha, Zanzibar (403.000).
Währung: Tanzania Shilling. 1.000 TZS = 0,42 € / 0,44 CHF

Offizielle Sprache: Swahili; Englisch ist daneben immer noch sehr bedeutend. Die öffentliche Verwendung anderer Landessprachen ist durch die Einführung des Swahili als Nationalsprache deutlich zurückgegangen: Bantusprachen: Sukuma, Nyamwezi, Makonde, Haya, Chagga, usw. andere: Masai u.a. dazu kommen indische Sprachen und Arabisch.

Wirtschaft: Vorwiegend landwirtschaftlich ausgerichtet – 43,7% des Bodens sind landwirtschaftlich nutzbar, davon mehr als 1/3 für Pflanzenbau; 37,3% Waldgebiete. Tanzania versuchte unter Präsident Nyerere die Bildung einer sozialistischen Gesellschaft afrikanischer Art, scheiterte jedoch an den globalen Bedingungen und den eigenen Fehlern. Unter seinen Nachfolgern war das Land gezwungen die Reorganisierungsvorschläge von Weltbank und IMF zu befolgen, die eine massive Abwertung nationalen Währung und ständig steigende Arbeitslosigkeit zur Folge hatten, anderseits die Versorgung mit Gütern zumindest in den Städten verbesserten und den privaten Sektor der Wirtschaft ankurbelten, während sich der Staat immer stärker zurückzog.
Trotz deutlich steigender Mindestlöhne deckten Einkünfte aus Lohnarbeit die Erhaltungskosten für eine Familie immer weniger, die medizinische Betreuung war nur noch für privat zahlende Patienten garantiert, und immer mehr Schüler mussten  als Folge der Strukturanpassungsprogrammevorzeitig die Schule verlassen.
Exportprodukte: Kaffee, Sisal, Baumwolle, Pyrethrum, Kashewnüsse. Der Bergbau (Gold, Diamanten, Phosphate, Eisenerz u.a.) gewann in den 1990er Jahren an Bedeutung, zeigt jedoch auch die deutlich die negativen Seiten einer Auslieferung der Wirtschaft an den globalen Markt. Die Exporte von Gold stiegen im Jahr 2000 auf 177,3 Mio. US-$, während sich die Agrarexporte im Verlauf von sechs Jahren nahezu halbierten und 2000 nur noch einen Exportwert von 231,1 Mio. $ hatten.

Steigende Einnahmen sind aus dem Tourismus zu verzeichnen: 2014 kamen 1,14 Mio. internationale Touristen. Tanzania galt und gilt als bevorzugter Partner der Entwicklungshilfe. 2012/13 erhielt das Land 2,6 Mrd. Official Development Assistance (ODA) von 32 Gebern. Zusammen mit den Einkünften aus dem Tourismus deckt dies das Handelsbilanzdefizit. Kennzahlen für 2016: BIP 47,65 Mrd. US-$; Wirtschaftswachstum 7,2%,  Inflation 5,2%, Exporte im Wert von 5,69 Mrd. US-$ standen Importen von 8,46 Mrd. US-$ gegenüber; Auslandsverschuldung 15,21 Mrd. US-$. Indien und China, und bei den Exporten die Schweiz, gehören zu den wichtigsten Handelspartnern. 2011 lebten laut Weltbank 49% der Bevölkerung unter der Armutsgrenze; andere Quellen sprechen von knapp 68%: CIA fb verzeichnet für 2015 nur 22,8%. Zanzibar hat in vieler Hinsicht eine Eigenentwicklung genommen. Die einst dominierende Gewürznelkenproduktion ist heute völlig zusammengebrochen und die Inseln versuchen ihre Wirtschaft stärker zu diversifizieren, u.a. durch Tourismusprojekte.