T O G O (TG)
République Togolaise

letzte Bearbeitung 23.01.2018

Präsidialrepublik auf der Grundlage einer Mehrparteienverfassung von 1992, zuletzt 2007 novelliert. Die Zulassung neuer Parteien und die "nationale Konferenz" Anfang der 1990er Jahre brachten keine wesentlichen politischen Veränderungen. Der durch einen Militärputsch an die Macht gekommenen Präsident Eyadema liess sich in manipulierten Wahlen bestätigen. Nach seinem Tod 2005 setzte die Armee seinen Sohn als interimistischen Staatschef ein und führte die gewohnte Politik fort.
Staatschef: Faure GNASSINGBE (2005 -, zuletzt 2015 in „Wahlen“ bestätigt)
Frühere Staatschefs: Nicolas GRUNITZKY (1956-1958, 1963-1967), Sylvanus OLYMPIO (1958-1963), Oberst Kleber DADJO (1967), Gnassingbe (Etienne) EYADEMA (1967-2005).

Als Mandatsgebiet der UNO autonom seit 1956, unabhängig seit 27.4.1960.
In den Wahlen vom Juli 2013 besetzte UNIR (Union pour la République), die Nachfolgerin der frühere Einheitspartei RPT (Rassemblement du Peuple Togolais,
) 62 der 91 Parlamentssitze. Die Opposition bildete zwei Koalitionen: Collectif Sauvons le Togo (CST, Jean-Pierre Fabre) 19 Sitze, Alliance Arc-en-ciel (ANC, Brigitte Adjamagbo-Johnson) 6. UFC (Union des forces du changement) erhielt 3; ihre Vorsitzender Gilchrist Olympio schloss sich der Regierungsmehrheit an. Ein unabhängiger Abgeordneter („Sursaut national“)

56.785 km2 gross; 7,96 Mio. Einwohner (2017); 59% ländliche Bevölkerung; Zuwachsrate 2,64%. Die politische Repression liessen mehrere Hunderttausend, vor allem aus dem Süden, in Nachbarstaaten flüchten.
Hauptstadt: Lomé (1,9 Mio. Ew., 2017); andere Städte: Sokodé, Kpalimé, Atakpamé, Bassar, Aného, Mango, Kara.
Währung: Franc CFA, 100 FCFA = 0,15 € (1 FF) / 0,16 CHF
Offizielle Sprache: Französisch; Nationalsprachen: Ewe, Kabye. Ethnische Grossgruppen: Ewe/Mina (44%), Kabye (23%), Moba und Konkomba (7%), Kotokoli, Bassari, Tchamba (zusammen 7 %), Akposso, Basila u.a. (5%), Gurma (5%).

Wirtschaft: Dem Produktionsumfang nach dominieren landwirtschaftliche Produkte für den Eigenverbrauch (Hirse, Maniok, Yams, Hülsenfrüchte). Landwirtschaftliche Exportprodukte sind Kakao, Kaffee, Baumwolle - rd. 40% der Exporte. 67,4% des Bodens sind landwirtschaftlich nutzbar, davon mehr als 2/3 für Pflanzenbau.
Die wirtschaftliche Entwicklung des Landes wurde seit Beginn der 1970er Jahre zunehmend von den Phosphaten, die im Süden des Landes abgebaut werden, abhängig. Zum Zeitpunkt der Nationalisierung (1974) der Minengesellschaft erzielten Phosphate hohe Preise, doch kam es in der Folge zu starken Preisschwankungen. Togo ist der weltweit viertgrösste Produzent von Phosphaten, wobei aufgrund der Lage die Abbaukosten vergleichsweise niedrig sind.
Die "stabilen politischen Verhältnisse" haben Togo zu einem Land gemacht, in das europäische Staaten (vor allem Deutschland und Frankreich) gerne investierten. Mit Ende der 1970er Jahre mussten die ambitionierten Entwicklungspläne Togos jedoch empfindlich zurückgenommen werden und es kam zu Sparmassnahmen in Verbindung mit vom IMF verordneten „Strukturanpassungen“. Obgleich sich die SAPs als ungeeignet erwiesen, das Leben der breiten Bevölkerung zu verbessern nennt die Weltbank im „Partnerschaftsabkommen 2017-20“ immer noch die alten Ziele als oberste Priorität: „Among the government’s top priorities in 2017 is to begin restoring macroeconomic stability and fiscal consolidation to mitigate a fiscal crisis and reduce public debt to sustainable levels.“
Die Kritik der grossen Geber an der nur oberflächlichen Demokratisierung des Landes führte immer wieder zur Einstellung der Entwicklungshilfegelder vor allem von Seiten der EU. Andererseits wurden 2010 Togo im Rahmen der HIPC-Initiative 95% seiner Schulden erlassen.
Kennzahlen aus 2016: BIP 4,79 Mrd. US-$, Wirtschaftswachstum  
5%, Inflation 0,9%, Exporte 1 Mrd. US-$ (2017), Importe 2 Mrd. US-$ (2017), Auslandsschuld 1,38 Mrd.  US-$ (2017). 2015 lebten über 55% der Bevölkerung unter der Armutsgrenze.
China und Indien sind neben EU-Staaten wichtige Handelspartner; aufgrund des Hafens in Lomé haben die Nachbarstaaten (vor allem im Norden) einen bedeutenden Anteil  im internationalen Handel.