Z A M B I A
Republic of Zambia, kolonial: Northern Rhodesia

letzte Bearbeitung 21.02.2017

Präsidialrepublik auf der Basis einer Verfassung von 2016 (Novelle der Verfassung von 1991 – da  weniger als 50% der Wähler am Referendum teilnahmen). Der Präsident ernennt einen Vizepräsidenten und die Regierung aus den Mitgliedern des Parlaments.
Präsident: Edgar LUNGU (2015-, wiedergewählt 2016)
früherer Staatschef: Kenneth KAUNDA (1964-1991) Frederick CHILUBA (1991 - 2002), Levy Levy Patrick MWANAWASA (2002-2008), Rupiah BANDA (2008-2011, ad interim), Michael Chilufya SATA (2011-2014), Guy SCOTT (2014-2015, ad interim),

Unabhängig seit 24.10.1964. Das Parlament besteht aus 156 gewählten, maximal 8 vom Präsidenten ernannten Mitgliedern; dazu wählt das Parlament seinen Präsidenten samt Stellvertreter von ausserhalb.
Bei den Wahlen im August 2016 siegte die Patriotic Front (PF) mit 80 Sitzen vor der United Party for National Development (UPND) mit 58. 3 Sitze gingen an den MMD (Mouvement for Multi-party Democracy), und 1 an das
Forum for Democracy and Development (FDD). Die restlichen Sitze entfielen auf unabhängige Kandidat_innen.

752.614 km2 gross (CIA fb 752.618); 15,51 Mio. Einwohner (2016). Zuwachsrate 2,94%. Rund 41% städtische Bevölkerung (2015). mit 12,91% der erwachsenen Bevölkerung hat Zambia die siebthöchste AIDS-Rate der Welt.
Hauptstadt: Lusaka (2,17 Mio. Ew., 2015). Andere Städte mit über 100.000 Einwohnern: Kitwe, Ndola, Kabwe (Broken Hill), Mufulira, Chingola, Luanshya, Livingstone.
Währung: Kwacha. 1.000 alte Kwacha entsprechen einem 2013 eingeführten neuen Kwacha ZMW; 10 ZMW = 
0,97 € / 1,03 CHF

Amtssprache: Englisch; über 80 afrikanische Sprachen (praktisch alles Bantusprachen), davon Bemba (35%), Tonga (17,5%), Nyanja (15,9%), Lozi (9,4%). 7 Sprachen haben eine grosse Verbreitung: (ici)Bemba, (chi)Tonga, (chi)Nyanja, (si)Lozi, (ki)Kaonde, Lunda, Luvale.

Wirtschaft: Zambias Exportwirtschaft wird durch metallische Rohstoffe, in erster Linie Kupfer und Kobalt, dominiert. Sie liefern bis zu 95% der Deviseneingänge. Die starken Preisschwankungen bei Kupfer in den letzten 20 Jahren, sowie die Transportprobleme aufgrund der zeitweiligen Schliessung von Grenzen, des Zusammenbrechens von Bahnlinien oder der Überlastung von Häfen, haben in Verbindung mit einem starken Steigen der Energiepreise Zambias Wirtschaft in Schwierigkeiten gebracht. Dank steigender Rohstoffpreise besserte sich die Bilanz ab 2005 (5 bis 7% Wachstum), doch kam es ab 2014 erneut zu einem Einbruch.
Zambia befolgte über Jahre die Anweisungen des IMF (Abwertungen, Aufhebung von Preisstützungen etc.). Die durch Weltbank, IMF, supranationale Firmen und die staatliche Bürokratie gelenkte Wirtschaft nahm nur wenig Rücksicht auf die Bedürfnisse des Landes. Entlassung von Staatsangestellten, Beseitigung der Subvention von Grundnahrungsmitteln und drastische Abwertung des Kwacha belasteten besonders die einfache Bevölkerung der Städte. Hungerunruhen im Kupfergürtel (1986, 1989) und in Lusaka (1990) waren die Folge dieser Wirtschaftspolitik; 50% Arbeitslosigkeit im modernen Wirtschaftssektor (2000) und 60% der Bevölkerung unter der Armutsgrenze (2010) kennzeichneten die Lage. Die Verschlechterung der Lebensbedingungen hätte nicht so krass ausfallen müssen, wäre mehr Geld in andere Bereiche als den Bergbau investiert worden.
Als Folge eines Schuldenerlasses (HIPC) verringerte sich die Auslandsverschuldung 2005 von 7,1 auf 3,8 Mrd. US-$ und lag 2007 bei 2,6 Mrd. US-$; 2016 betrug sie als Folge internationaler Anleihen bereits wieder 9,27 Mrd. US-$.
BIP (2015) 20,57 Mrd. US-$; weitere Kennzahlen für 2016: Inflation 20,7%; Exporte für 6,6 Mrd. US-$, Importe für 6,7 Mrd. US-$. China (Export) und Südafrika (Import) sind die wichtigsten Handelspartner.
31,7% des Bodens sind landwirtschaftlich nutzbar. Obwohl viel von der notwendigen Förderung der Landwirtschaft geredet wurde und wird, geschieht wenig. Rund die Hälfte der vermarkteten landwirtschaftlichen Produktion kommt aus Grossfarmen, die zu einem guten Teil noch immer in ausländischem Besitz stehen. Schwankende klimatische Bedingungen und Preise für Kunstdünger, Vermarktungs- und Transportschwierigkeiten, sowie staatliche Preiskontrollen und Subventionen (bzw. ihre Beseitigung) führten in den 1970er und 80er Jahren zu stark schwankenden Produktionsziffern bei Nahrungsmitteln. Zambia musste immer wieder (zuletzt auch 2005) Grundnahrungsmittel, vor allem Mais (den es früher exportierte), einführen, um die Bevölkerung des Landes versorgen zu können. 2016 wurde Überschuss produziert; die Regierung verfügte einen Exportstop um Reserven bilden zu können.