Z E N T R A L A F R I K A N I S C H E  R E P U B L I K
Républic Centrafricaine / Ködrö tî Bê-Afrika, kolonial: Oubangi-Chari

letzte Bearbeitung 21.02.2017

Präsidialrepublik auf der Basis einer Verfassung von 2015.
Präsident: Faustin-Archange TOUADERA (2016 -);
Frühere Staatschefs: David DACKO (1960 - 1965, 1979 - 1981), (Kaiser) Jean Bedel BOKASSA (1966 - 1979), General André KOLINGBA (1981-1993), Ange-Félix PATASSE (1993-2003), Francois BOZIZE (2003-2013), Michel DJOTODIA (2013-2014), Catherine SAMBA-PANZA (ad interim 2014-2016)

Unabhängig seit 13.8.1960. Als Präsidialrepublik, Militärdiktatur und von 1977 - 1979 Kaiserreich, kannte das Land nur wenig Demokratie. Nach ersten Wahlen in den 1960er Jahren und 1980 kam es erst 1993 wieder zu Parlamentswahlen auf pluralistischer Basis. Nach der Eroberung Banguis durch Rebellengruppen 2013 gab es eine Übergangsregierung. Ein Conseil National de Transition bereitete Wahlen vor, die im März 2016 abgehalten wurden. Von den 140 Abgeordnetenmandate gingen 60 an „Unabhängige“ – Präsident Touadera gehört zu dieser Gruppe, die Union nationale pour la démocratie et le progrès (UNDP, Michel Amine) erhielt 16,  die Union pour le renouveau centrafricain (URCA, Anicet Georges Dologuele) 11, der Mouvement pour la libération du peuple centrafricain (MLPC) 10, der Rassemblement démocratique centrafricain (RDC) 8, die Convergence nationale "Kwa Na Kwa" (KNK) des früheren Präsidenten Bozizé 7 und 12 weitere Parteien zwischen 1 und 6.

622.984 km2 gross; 5,5 Mio. Einwohner (2016), Zuwachsrate 2,12%; 60% ländliche Bevölkerung; wegen der Unsicherheit im Land flüchten immer mehr Mneschen in die Szädte.
Hauptstadt: Bangui (794.000 Ew., 2015)
Währung: Franc CFA, 100 F CFA = 0,15 € / 0,16 CHF

Offizielle Sprache: Französisch
Nationale Verkehrssprache: Sango
Rd. 90 Sprachen aus unterschiedlichen Gruppen; Gbaya (28%), Banda (22%), Mandja (9,9%), Sara (8%), Ngbaka (8%), Ful (6%), Mbum (6%), Zande-Nzakara (3%).

Wirtschaft: Im Vordergrund steht für die Bevölkerung die Subsistenzproduktion (Maniok, Mais, Hirse, Erdnüsse, Süsskartoffel). Die Produktion von Exportkulturen ging unter Bokassa laufend zurück (Baumwolle, Kaffee, Tabak, Ölfrüchte) bzw. wurde aufgrund der sich verschärfenden Misere und Inflation bzw. des staatlichen Zugriffs auf die Erlöse auf dem Schwarzmarkt umgesetzt und über die Grenzen in Nachbarländer geschmuggelt, in denen auch bessere Preise erzielt werden konnten. Unter den Nachfolgern, die sich den Anweisungen internationaler Gremien (IMF etc.) beugen mussten, ist keine Besserung eingetreten.
Wichtigstes Bergbauprodukt: Diamanten (40% der Exporte), doch nur zwischen 20% und 50% der Produktion werden legal ausgeführt. Die Verwertung der grossen Holzvorkommen (16% der Exporte) leidet vor allem unter Transportschwierigkeiten. Baumwolle und Kaffee sind die wichtigsten agrarischen Exportgüter.
BIP (2015) 1,78 Mrd. US-$; Kenndaten 2016: das Wirtschaftswachstum von 5,2% zeigt gegenüber den Vorjahren eine deutliche Besserung, 3,3% Inflation; geringe Exporte (77 Mio. US-$) verglichen mit relativ hohen Importen (375 Mio. US-$) und eine Auslandsschuld von 687 Mio. US-$ sind Kenndaten einer schwachen Wirtschaft. Wirtschaft und Handel des Landes werden weitgehend von französischen bzw. anderen europäischen, nordamerikanischen und südafrikanischen wie israelischen Firmen kontrolliert. Die einheimische Oberschicht bezieht ihre Einkünfte in erster Linie aus Funktionen im Staatsdienst oder im Management in parastaatlichen Betrieben; extrem ungleiche Einkommensverteilung. Das Funktionieren der staatlichen Einrichtungen ist nur durch Zuschüsse von Gebern des Nordens garantiert, wobei durch den Rückzug Frankreichs aus Zentralafrika auch hier verstärkt Weltbank und IWF tätig werden.
Norwegen ist der wichtigste Handelspartner, doch der Diamantenhandel läuft vor allem über Belgien; illegaler Diamantenhandel finanzierte Rebellengruppen, was 2013 zu einem Verbot des Handels mit zentralafrikan. Diamanten führte; das Verbot wurde 2016 wieder aufgehoben.