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Republic of Zimbabwe, kolonial: Southern Rhodesia

letzte Bearbeitung 24.01.2018

Präsidialrepublik auf der Basis einer Verfassung von 2013, durch die das Amt des Regierungschefs wieder an den Präsidenten fiel. Regierungspartei ist die Patriotic Front, die als Vereinigung von ZANU, Zimbabwe African National Union, und ZAPU, Zimbabwe African People's Union schon vor Beginn der Unabhängigkeitsgespräche gebildet worden war. Die revidierte Verfassung gibt dem Präsidenten eine stärkere Position als früher.
Präsident: Emmerson Dambudzo MNANGAGWA (ad interim, 2017 -)
Früherer Staatschef: Canaan BANANA (1980-1988, Staatsoberhaupt mit repräsentativen Funktionen, neben Premier Robert Mugabe.), Robert MUGABE (1988-2017, 1980-88 Premierminister

Unabhängig seit 18.4.1980; Zweikammerparlament: Abgeordnetenhaus mit 270 Mitgliedern, von denen 210 direkt gewählt werden, und Senat mit 80 (davon 60 gewählt; 18 sind Chiefs und 2 repräsentieren Menschen mit Behinderung). Bei den Wahlen im Juli 2013 erhielten ZANU-PF 160 Abgeordnete (197 insgesamt), MDC-T (Movement for Democratic Change-Tsvangirai, Morgan Tsvangirai) 49 (70 insgesamt), MDC-N (Movement for Democratic Change-Ncube, Welshman Ncube) 2 und ein Abgeordneter kandidierte als Unabhängiger. Neben den gewählten Kandidaten gehören zum Parlament: 60 weibliche Abgeordnete, die von den Parteien entsendet werden. Im Senat hat ZANU-PF 37 Sitze, MDC-T 21 und MDC-N 2.
Gewerkschaft: ZCTU, Zimbabwe Congress of Trade Unions, mit über 40 Fachgewerkschaften.

390.759 km2 gross (CIA factbook 390.757 km2); 13,8 Mio. Einwohner (2017). Zuwachsrate 1,56%; ca. 17% der afrikanischen und 85% der weissen Bevölkerung leben in Städten (Verdoppelung der städtischen Bevölkerung zwischen 1969 und 1985.)
Hauptstadt: Harare (früher Salisbury, 1,5 Mio. Ew., 2015). Mit einer AIDS-Rate von 13,5% der erwachsenen Bevölkerung nimmt das Land weltweit den 6. Rang ein.
Weitere grosse Städte: Bulawayo (760.000 Ew.), Chitungwiza, Gweru (Gwelo), Mutare (Umtali), Kwekwe (Que Que).
Währung: US-$. Der Zimbabwe Dollar (ZWD) wurde nach Hyperinflation von der Regierung 2009 suspendiert und ausländische Zahlungsmittel (insgesamt 8, darunter Rand, Botswana Pula, US-Dollar, Euro) eingeführt, worauf die Inflation deutlich zurückging. (http://www.bbc.com/news/world-africa-26034078) 2015 wurde der ZWD endgültig ausser Kraft gesetzt. „Sparer, die Zimbabwe-Dollar auf dem Konto haben, bekommen 5 US-Dollar für 175 Billiarden Zimbabwe-Dollar gutgeschrieben.“ (FAZ, 21.2.2017)

Offizielle Sprache: Englisch. Der grösste Teil der afrikanischen Bevölkerung gehört entweder zur Gruppe der Shona (ca. 82%, mit Karanga, Zezuru, Manyika u.a.) oder der Ndebele bzw. Matabele (ca. 14%). Dazu gibt es weitere kleine bantusprechenden Gruppen (Tonga u.a.). Die Zahl der Europäer ist seit 1980 (240.000) auf unter 80.000 gesunken.

Wirtschaft: Die Ausgangsposition für das unabhängige Zimbabwe war gekennzeichnet durch eine duale Landwirtschaft (Markt vs. Subsistenz), wobei der moderne Sektor für den Export  Tabak, Fleisch, Zucker, Baumwolle, aber auch Mais produzierte. 42,5% des Bodens sind landwirtschaftlich nutzbar; ein Viertel davon für Pflanzenbau.
Gewerbe und Industrie entwickelten sich infolge der Binnensituation zur Zeit der UDI (Unilateral Declaration of Independence) und der beträchtlichen lokalen Kaufkraft sehr gut. Eigene Kohle verringerte die Abhängigkeit von Erdölimporten und 1/3 der Energie kommt aus Wasserkraft. Wichtigste Exportprodukte aus dem Bergbau: Gold (44%), Asbest, Nickel, Kupfer, Chrom und Kobalt.
Nach einer Periode staatlich gelenkter Wirtschaftstätigkeit kam es in den 1990er Jahren zu einer totalen Liberalisierung, die in Verbindung mit politischen Massnahmen und Korruption zum völligen Niedergang führte. Die Jahre zwischen 1997 und 2008 waren durch einen deutlichen Rückgang gekennzeichnet: hohe Inflation (2005: 246,7%), „Minuswachstum“ (2005: -4%), Verschuldung, Arbeitslosigkeit (2004: 60%), Teuerung, Armut (80% der Bevölkerung unter der Armutsgrenze) und Gewalt. Zimbabwe muss grosse Teile der Nahrungsmittel für die Versorgung der Bevölkerung importieren. Zimbabwe wurde auch von Energieimport abhängig. In den Folgejahren gab es rasches Wachstum, doch erneut eine Rezession in 2012/13.
Das Engagement an der Seite L. Kabilas im Kampf gegen die Rebellen in der DR Kongo kostete dem Land hunderte Millionen US-$. IMF-Kredite und Entwicklungsgelder der Weltbank, EU und anderer Geber wurden nicht oder nur mit Verzögerung ausbezahlt, weil Zimbabwe den Konditionen der Geber nicht nachkommen konnte oder wollte.
BIP (2016): 17,11 Mrd. US-$; Schlüsseldaten für 2017: Wirtschaftswachstum 2,8%, Inflation 2,5%, Exporte im Wert von 3,76 Mrd. US-$, Importe 5,6 Mrd. US-$, Auslandsverschuldung 10,97 Mrd. US-$. Südafrika und China sind die wichtigsten Wirtschaftspartner.